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Bayern-Präsident reagiert auf stern-Bericht: Hoeneß droht, sagt aber nichts

Uli Hoeneß hat neue Hinweise im stern als "absurd" zurückgewiesen. Doch Klarheit bringt er in die Sache nicht.

Von Johannes Röhrig

Der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat zu der aktuellen stern-Berichterstattung über angebliche Summen auf seinem Schweizer Konto eine Erklärung abgegeben. "Absurde Unwahrheiten" würden nicht wahrer, wenn man sie wiederhole, sagte der 61-Jährige am Rande eines Golfturniers, ohne auf weitere Details einzugehen. Dem stern drohte er mit juristischen Schritten.

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet der stern über Angaben eines Hinweisgebers, die dieser gegenüber der Staatsanwaltschaft machte. Danach sollen sich auf Hoeneß' Depotkonto bei der Schweizerischen Privatbank Vontobel in den Jahren vor 2008 durchgehend Werte von mehr als 500 Millionen Schweizer Franken befunden haben - umgerechnet damals rund 350 Millionen Euro. Daneben machte der anonyme Informant über seinen Anwalt Angaben zu angeblichen Geschäften mit T-Aktien sowie zu Transaktionen auf Nummernkonten bei drei weiteren Schweizer Banken, die im Fall Hoeneß eine Rolle spielen sollen.

Hoeneß spricht von 15 bis 20 Millionen Euro

Wie stichhaltig die Angaben sind, muss noch geprüft werden. Die Staatsanwaltschaft wollte den Inhalt des Verfahrens nicht kommentieren. Hoeneß hatte in früheren Stellungnahmen angegeben, bei der Vontobel-Bank in der Spitze 15 bis 20 Millionen Euro besessen zu haben.

In seiner aktuellen Erklärung von diesem Donnerstag blieb Hoeneß nur vage und sprach in Bezug auf die Angaben des Hinweisgebers von "ungeheuerlichen Unterstellungen". Dabei hätte Hoeneß selbst längst Licht ins Dunkel bringen können, er hat es nicht getan. Der stern hatte Hoeneß bereits am vergangenen Freitag eine Reihe von Fragen zur Höhe der Summe sowie zur Herkunft des Geldes zukommen lassen und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Ob es zutreffe, dass sich die Beträge auf seinem Schweizer Konto zweitweise auf rund 500 Millionen Schweizer Franken summiert hatten, wurde er gefragt. Oder ob er mit Wertpapieren eines Bayern-Sponsors gehandelt habe. Hoeneß' Presseanwalt hatte eine inhaltliche Stellungnahme zu all diesen Fragen abgelehnt. Und auch jetzt gibt Hoeneß keine Antworten.

Aufgeschreckt von Recherchen des stern hatte Hoeneß im Januar dieses Jahres eine Selbstanzeige eingereicht. Die Staatsanwaltschaft hält sie für nicht strafbefreiend und erhob Anklage. Über die Zulassung der Anklage will das Gericht bis Ende September befinden. Erst dann steht fest, ob es zu einem Prozess gegen Hoeneß kommt.