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Bekleidung: Einkaufstourismus in Metzingen dank Hugo Boss

Am Fuße der Schwäbischen Alb liegt das Mekka der markenbewussten Schnäppchenjäger: Metzingen heißt der Ort, in dem der Fabrikverkauf von Hugo Boss zu finden ist.

Metzingen ist der Ort, in dem der Fabrikverkauf von Hugo Boss, einer der beliebtesten Anzugs-Hersteller Deutschlands, zu finden ist. Und dank ihrer Bekanntheit auch für andere große Marken zu kleinen Preisen lockt die Stadt tausende von Besuchern aus Europa und ferneren Ländern an.

Boss fing an, andere folgten

Die Geschichte von Metzigen als Eldorado der Schnäppchenjäger begann mit einem bescheidenen Fabrik-Laden von Hugo Boss, in dem in Zeiten der Knappheit nach dem Zweiten Weltkrieg reduzierte Ware verkauft wurde. Diese Tradition hat sich über die letzten fünfzig Jahre gehalten. Der Erfolg des Modekonzers Boss, der heute über ein dreistöckiges Verkaufslokal verfügt, zog weitere Markenläden wie Bally, Max Mara, Joop und Nike in die schwäbisch Stadt.

Sogar Touristen schauen vorbei

Zu Spitzenzeiten reisen bis zu 5.000 Einkaufstouristen pro Tag nach Metzingen und verstopfen die engen Straßen. Von den 40 Fabrik-Verkäufen ist Hugo Boss immer noch der beliebteste. In der spartanischen Verkaufshalle reihen sich lange Schlangen an den zehn Kassen - eine Rarität im krisengeschüttelten deutschen Einzelhandel. Und es sind nicht nur die preisbewussten Deutschen, die auf der Suche nach Schnäppchen hierherkommen. Auch Liokuokman, ein japanischer Musiklehrer auf einem zweiwöchigen Deutschland-Urlaub, unternahm eine Reise ins Rabatte-Zentrum. "Wir haben Preissenkungen in Hong Kong, aber es gibt nichts wie diese kleine Stadt. Hier scheint alles im Angebot zu sein", sagt der 22-jährige und umklammert eine Hugo-Boss-Tasche, die zwei neue Jacken und einen Anzug enthält.

Wirtschaftsflaute sorgte für Kratzer im Lack

Aber trotz des Ansturms auf den Fabrikverkauf: Die stagnierende Wirtschaft hat auch dem Boss-Konzern Kratzer verpasst. Im Kerngeschäft verbuchte der Bekleidungshersteller für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von 17 Prozent. Die Arbeitslosigkeit betrifft mehr und mehr auch die markenbewussten Arbeitnehmer der oberen Einkommensklassen.

Junge Kunden auf Schnäppchenjagd

Die in anderen Städten sichtbaren Auswirkungen der Konjunkturschwäche sind bei den Marken-Läden in Metzingen jedoch noch weitgehend ausgeblieben, es gibt kaum leere Schaufenster oder Zu-vermieten-Schilder. Noch lassen sich vor allem die jungen Kunden von den Schnäppchenpreisen anlocken. Weitere Markenabieter warten darauf, in der schwäbischen Kleinstadt einen Laden zu mieten.