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"Die Stunde Null": Chef der Outlet-City Metzingen: "Es wird Megapreise geben"

Europas führende Outlet-City Metzingen war im Shutdown wie eine Geisterstadt. Seit Ende April hat auch sie wieder geöffnet. Chef Wolfgang Bauer sieht einen weltweiten Warenstau in der Modebranche, prophezeit hohe Rabatte - und ein großes Nachholbedürfnis beim Shopping

Das Outlet City Metzingen platzte vor der Coronakrise aus allen Nähten

Das Outlet City Metzingen platzte vor der Coronakrise aus allen Nähten

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Der Chef der Outletcity Metzingen erwartet in diesem Jahr eine große Rabattschlacht der Marken: "Man kann davon ausgehen, dass es in den kommenden Monaten Megapreise geben wird", sagte Wolfgang Bauer im Podcast "Die Stunde Null" (Capital, stern, n-tv). In der Modebranche habe sich "weltweit eine große Warenmenge angestaut", in den Geschäften, Lagern und bei den Händlern. "Die muss so schnell wie möglich unters Volks gebracht werden." Er hofft, dass Outlets wie Metzingen dabei eine Schlüsselrolle spielen werden. "Es gibt ein deutliches Nachholbedürfnis in Sachen Shopping."

Die führende Outletcity Deutschlands, die in der 23.000-Einwohner-Stadt südlich von Stuttgart seit Jahren expandiert, hat seit Ende April nach wochenlangem Shutdown wieder geöffnet. Die Zeit der Schließung beschreibt Bauer als "gespenstisch". Mit einem zentralen Hygienekonzept hat Metzingen wieder geöffnet, und die Kunden kehren zurück - wenngleich auch noch weniger zahlreich. "Wenn ich durch die Outletcity laufe, machen die Besucher trotzdem einen zufriedenen Eindruck. Es läuft sehr gesittet ab und diszipliniert, es wird Abstand gehalten", berichtet Bauer. "Wir sind mit der Öffnungsphase zufrieden. Die, die zum Einkaufen kommen, geben auch deutlich mehr aus."

Bauer erwartet zusätzliche Rabatte

Metzingen ist seit Jahren ein großes Shoppingparadies, das unmittelbar an die Innenstadt angrenzt. Es umfasst 100 Modeläden mit mehr als 300 Marken, die seit jeher mit Schnäppchen locken. Nun erwartet Bauer zusätzliche Rabatte, weil die Frühjahresmode aus den Lagern und Geschäften muss.

Gleichwohl war auch für Metzingen der Shutdown ein schwerer Schlag. Im vergangenen Jahr kamen 4,2 Millionen Besucher in die Stadt. Das sind, wie die "Süddeutsche Zeitung" einmal vorrechnete, dreimal so viel wie das Schloss Neuschwanstein anlockt. 40 Prozent der Besucher kommen aus Ländern, die nicht in der EU liegen -  aus China, Südkorea, Russland und den Golfstaaten, und die fehlen derzeit natürlich.

Metzingen hat einmal klein angefangen, mit einem normalen Fabrikverkauf des Modelabels Boss. Wolfgang Bauer ist der Kopf hinter dem Ausbau. Er ist Vorstandsvorsitzender der Holy AG, die das Gelände seit Jahren betreibt und entwickelt. In den Geschäften der Outletcity arbeiten rund 1800 Menschen. Im Schnitt, hat eine Studie 2013 ermittelt, gibt jeder Besucher pro Tag und Kopf rund 200 Euro aus, das wären pro Jahr 850 Millionen Euro Umsatz.

Bauer hatte auch für dieses Jahr große Pläne, wollte die Besucherzahlen in Richtung fünf Millionen treiben. Dazu lässt er unter anderem eine Seifenfabrik umbauen, die Mitte des Jahres in Betrieb gehen soll. Erst Ende 2019 hatte ein riesiger neue Flagshipstore von Boss eröffnet. Bis 2022 wollte auch die Hotelkette Marriott zwei Hotels eröffnen. "Die Expansion geht weiter", bekräftigte er nun im Podcast. Die Bauprojekte werden fortgeführt. "Wir sind überzeugt, dass dieses Konzept auch nach der Krise Bestand hat."

Im neuen Podcast "Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise" spricht Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar mit Menschen, die die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hautnah erleben. Alle Folgen finden Sie bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Nehmen Sie die Feed-URL und fügen Sie "Die Stunde Null" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.