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Frauenhandball-Bundesliga Bundesliga-Handballerinnen entdecken Kameras in Umkleidekabine – und es ist nicht der erste Fall

Lena Sophia Degenhardt von den Tussis Metzingen im Duell gegen Spielerinnen von SG BBM Bietigheim
Lena Sophia Degenhardt von den Tussis Metzingen im Duell gegen Spielerinnen von SG BBM Bietigheim
© Markus Ulmer / Picture Alliance
Die Handballerinnen vom Bundesligaklub TuS Metzingen haben Kameras in ihrer Umkleidekabine entdeckt, mit denen sie offensichtlich beobachtet wurden. Ein ähnlicher Fall war zuvor aus Buchholz in Niedersachsen bekannt geworden.

Es ist bereits der zweite Fall dieser Art, der in jüngster Zeit aufgedeckt wurde: Anfang der Woche entdeckten die Handballerinnen des Bundesligisten TuS Metzingen zwei versteckte Kameras in ihrem Umkleideraum. Zuvor war ein ähnlicher Fall bekannt geworden, bei dem die Spielerinnen von Buchholz 08-Rosengarten Kameras in den Duschen der Gäste- und der Heimkabine entdeckt hatten.

Bei dem Fall in Metzingen ermittelte die Polizei schnell eine Person aus dem näheren Mannschaftsumfeld, die nun unter dringendem Tatverdacht steht. Das teilten die Metzinger am Donnerstag mit. Die Zusammenarbeit mit dieser Person sei umgehend beendet worden.

"Widerliche Tat" durch Vertrauensperson

"Diese widerliche Tat – zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson – ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen", sagte Manager Ferenc Rott. Er sei "beeindruckt" vom Zusammenhalt der Spielerinnen und ihrem gemeinsamen Entschluss, dennoch zur Partie gegen die SG BBM Bietigheim anzutreten. Diese hatte der TuS am Mittwoch mit 20:32 (13:20) verloren.

"Wir werden uns durch so etwas nicht kleinkriegen lassen – und dass das Team sofort wieder Handball spielen möchte, ist ein sehr starkes Signal", so Rott weiter. "Wir haben in dieser schwierigen Zeit von Polizei, Verband und anderen Mannschaften viel Unterstützung erfahren. Das hilft natürlich, und dafür bedanken wir uns."

Verband sichert volle Unterstützung zu

Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) reagierte "schockiert" und sicherte der TuS "volle Unterstützung" zu. "Wir verurteilen diese verwerfliche Handlung auf das Schärfste", hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. "Eine solche kriminelle Tat widerspricht allen Werten, die wir als HBF zusammen mit unseren Vereinen vertreten."

Der zweite Fall im niedersächsischen Bucholz war bereits im September 2021 entdeckt worden und in der vergangenen Woche bekannt geworden. Dort hatten die Frauen eine Art "Schalter-Attrappe im Nassbereich entdeckt, hinter der sich eine Kamera befand", wie der NDR schreibt. Die alarmierte Polizei fand schließlich in den Gäste-Duschen eine weitere Kamera. In dem Fall gebe es ein verdächtigen Mann, der 55 Jahre alt ist und dessen Wohnung daraufhin durchsucht wurde. Die Entdeckung der Kameras habe die Mannschaft und ihn geschockt, sagte Sven Dubau, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten aus Buchholz. 

Quellen: DPA, NDR

tis

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