HOME

Bericht der Weltbank: "Kein Sieg über Armut ohne Kampf gegen Klimawandel"

"Aggressive" Maßnahmen sind nach Ansicht der Weltbank nötig, um wirkungsvoll gegen die globale Erwärmung vorzugehen. Die Zeit dränge. Der Kampf gegen den Klimawandel diene auch dem Kampf gegen Armut.

Weltbankpräsident Jim Yong Kim fordert "aggressive" Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. "Die Zeit ist sehr, sehr knapp", sagte Kim bei der Vorstellung eines in Deutschland erstellten Klimaberichts für die Weltbank. Wenn die Versprechen zum Kampf gegen den Klimawandel nicht eingehalten würden, könnte die Erderwärmung bereits in den 2060er-Jahren vier Grad Celsius betragen. Selbst wenn die Staaten ihre jetzigen Zusagen erfüllten, bestehe eine 20-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 vier Grad betrage.

Eine Begrenzung der allgemein als unvermeidlich angesehenen Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius gilt unter Regierungen, Forschern, Umweltschützern und anderen Experten als entscheidend, um die Auswirkungen des Klimawandels in einem halbwegs kontrollierbaren Rahmen zu halten. Das Zwei-Grad-Ziel dient explizit auch als Bezugspunkt für die internationalen Klimaverhandlungen. Die nächste UN-Klimakonferenz beginnt am 26. November im Golfemirat Katar.

Weltbank will erneuerbare Energien fördern

"Wir werden die Armut nie besiegen können, wenn wir nicht gegen den Klimawandel angehen", sagte Kim. Dies sei eine der größten Herausforderungen für die soziale Gerechtigkeit. Konkrete Maßnahmen nannte Kim nicht. Er kündigte aber an, bei der Förderung durch die Weltbank auf erneuerbare Energien zu setzen. "Wir werden alles tun, was wir können, um nicht in Kohle zu investieren." Kohlendioxidemissionen sind hauptverantwortlich für den Treibhauseffekt. Die Weltbank hatte den jetzt vorgestellten Bericht beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik) angefordert.

dho/AFP / AFP