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US-Unternehmen in der Kritik 900 Mitarbeiter per Video-Call entlassen – jetzt packt einer der Gefeuerten aus: "Passiert das wirklich?"

Sehen Sie im Video: 900 Kollegen per Video-Call gefeuert – jetzt packt ein Ex-Mitarbeiter aus.




Christian Chapman beim Auspacken eines Weinachtsgrußes seines Ex-Arbeitgebers inklusive Urkunde. Doch dafür hat der Mann aus McKinney im US-Bundesstaats Texas nur Ironie übrig. Er war einer von 900 Mitarbeitern des Unternehmens Better, die in der vergangenen Woche während eines Videocalls von ihrer Kündigung erfuhren, so erzählt er. Kaum war die Hiobsbotschaft ausgesprochen, so berichten Christian, wurde der Bildschirm schwarz, alle Verbindungen zum Unternehmen waren gekappte. Die Firma habe auf die Personalabteilung verwiesen. Der Vater von fünf Kindern schildert, wie er sich fühlte. "Er saß einfach nur da und die Worte kamen heraus und es war, als ob jemand den Sauerstoff aus dem Raum gesaugt hätte und man dachte: 'Höre ich das, was ich glaube, gerade zu hören? Passiert das wirklich? Warte. Ist das für mich? Warte mal. Wir haben gerade über unsere Weihnachtsfeier gesprochen - werde ich gerade gekündigt?... In der Verwirrung wechsele ich den Kommunikationskanal und sage 'Hey, werden wir entlassen?', und dann bricht meine Welt zusammen, und damit meine ich, dass sie unseren Computer abschalten, unsere Handys mit Slack abschalten, alles abschalten, so dass die Gemeinschaft, mit der ich mich umgebe, die ich als meine Familie bezeichnen würde, meine Trainerkollegen, mit denen wir ununterbrochen gearbeitet haben, wir nicht einmal mit ihnen reden können." Laut Medienberichten soll der Chef des Kreditanbieters better.com, Vishal Garg, folgende Sätze gesprochen haben: "Wenn sie in diesem Call sind, gehören Sie zur unglücklichen Gruppe, die entlassen wird. Ihr Arbeitsverhältnis ist mit sofortiger Wirkung beendet." Den Berichten zufolge soll der Chef den gefeuerten Mitarbeiter vorwerfen, schlechte Leistungen erbracht zu haben. Christian sieht klar einen Mangel an Empathie. "Entlassungen kommen vor. Das ist ein Teil des Lebens. Entlassungen, das kommt vor, aber es kommt darauf an, wie man es macht, und deshalb glaube ich, dass es sich verbreitet hat. Es war die Art und Weise, wie es gemacht wurde." Nach den Berichten über Verhalten des Firmenchef hagelte es Kritik, auch in den sozialen Netzwerken. Am Dienstag schrieb er in einem Entschuldigungsbrief, er habe bei der Mitteilung der Entlassungen einen Fehler gemacht.
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Christian Chapman war einer der 900 Mitarbeiter des Unternehmens Better, die per Video-Call entlassen wurde. Und damit wohl nicht genug: Die Firma habe noch während der Konferenz alle Computer und Handys der Gefeuerten gesperrt.

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