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Maria Ressa Friedensnobelpreisträgerin bekam die Nachricht mitten im Videocall – und reagierte völlig verblüfft

Maria Ressa
Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa
© Rappler/AP / DPA
Die Journalistin Maria Ressa erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Der entscheidende Anruf erreichte sie völlig unvorbereitet in einem Videocall mit anderen Journalist:innen.

Die Nachricht traf sie völlig unvorbereitet: Maria Ressa wurde am Freitag mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Journalistin von den Philippinen erhielt den entscheidenden Anruf, als sie in einer Videokonferenz mit anderen Journalist:innen zum Thema "Unabhängige Presse" saß. Alle Teilnehmer:innen konnten live mit ansehen, wie fassungslos die 58-Jährige war.

Kurz vor offiziellen Bekanntgabe meldete sich Olav Njølstad, Direktor des Nobelinstituts in Oslo, via Telefon bei Ressa, um ihr mitzuteilen, dass sie in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält. Ausgezeichnet wird sie laut Nobelinstitut für ihren Kampf gegen "den Machtmissbrauch und den wachsenden Autoritarismus in ihrem Heimatland". Ressa konnte es zunächst kaum glauben: "Ich bin sprachlos. Ich bin gerade live mit anderen Leuten." Trotzdem musste sie dichthalten, bis die Nachricht offiziell verkündet wurde.

Friedensnobelpreis für Maria Ressa: "Ich bin schockiert"

Doch auch bis dahin hatte Ressa kaum Zeit gehabt, sich zu sammeln. Immer noch fehlten ihr die Worte, immer wieder musste sie ihre Sätze abbrechen: "Ich bin schockiert. Ich weine nicht." Schließlich konnte sie den anderen Journalist:innen in ihrem Videocall sagen: "Es ist eine Anerkennung dessen, wie hart es in diesen Zeiten ist, Journalist zu sein. Wie schwierig es ist, das zu tun, was wir tun."

Ressa hatte 2012 in den Philippinen mit Kollegen das Investigativmedium "Rappler" gegründet. "Rappler" habe unerschrocken über die "umstrittene, mörderische Anti-Drogen-Kampagne" von Präsident Rodrigo Duterte berichtet, die "einem Krieg gegen die eigene Bevölkerung gleich kommt", begründete das Nobelpreiskomitee seine Wahl. Erst im vergangenen Jahr war die prominente Regierungskritikerin wegen Verleumdung zu bis zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie ging in Berufung und ist auf Kaution auf freiem Fuß.

Maria Ressa: Friedensnobelpreisträgerin bekam die Nachricht mitten im Videocall – und reagierte völlig verblüfft

Russischer Journalist Dmitri Muratow ebenfalls ausgezeichnet

Maria Ressa teilt sich den Preis mit dem russischen Journalisten Dmitri Muratow, der ebenfalls für seine Verdienste um die Presse- und Meinungsfreiheit ausgezeichnet wird. Der Chefredakteur der kremlkritischen Zeitung "Nowaja Gaseta" gilt in Russland seit Jahrzehnten als Symbol für die Meinungsfreiheit und einen mutigen Journalismus, der Korruption, Vetternwirtschaft und andere Missstände aufdeckt.

Anders als die übrigen Nobelpreise, die von schwedischen Institutionen vergeben werden, entscheidet das norwegische Nobel-Komitee über den Friedensnobelpreis. Das Gremium in Oslo besteht aus fünf Personen, die vom norwegischen Parlament bestimmt werden.

Quellen: Rappler auf Twitter / Nobelpreis-Komitee auf Twitter / AFP /DPA

epp

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