Bevorstehende Streiks Verbraucherschützer kritisiert Lokführer


Harsche Worte vom obersten Verbraucherschützer an die Lokführergewerkschaft: "Es ist ein Unding, dass unter dem Tarifstreit Millionen Bahnkunden zu leiden haben", sagt Gerd Billen. Er fordert die Streitparteien auf, sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Der Bundesverband Verbraucherzentralen hat die Lokführergewerkschaft GDL unmittelbar vor Bekanntgabe des Ergebnisses ihrer Urabstimmung heftig kritisiert. Verbandspräsident Gerd Billen sagte der "Bild"-Zeitung: "Es ist ein Unding, dass unter dem Tarifstreit Millionen Bahnkunden zu leiden haben." Er forderte die umgehende Aufnahme ernsthafter Tarifverhandlungen: "Bahn und Gewerkschaften sollen sofort zurück an den Verhandlungstisch und den Streit dort lösen."

Die GDL rechnet mit einer Zustimmung von "90 Prozent plus X" für einen unbefristeten Streik. 75 Prozent reichen aus, um einen Arbeitskampf zu beginnen. Das Ergebnis soll am Montagmittag in Frankfurt bekanntgegeben werden. Ein Streik würde laut GDL mit 24 Stunden Vorwarnzeit organisiert. Auch vor Gericht geht die Auseinandersetzung weiter: Die Arbeitsgerichte in Frankfurt und Chemnitz wollen in Eilverfahren über das von Bahntöchtern beantragte Streikverbot entscheiden.

In dem wochenlangen Tarifstreit fordert die GDL 31 Prozent mehr Geld für Lokführer und Zugbegleiter und für diese Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag. Das Unternehmen hat bereits einen Tarifvertrag mit den beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA abgeschlossen. Dieser sieht 4,5 Prozent mehr Geld von Januar 2008 an und eine Sonderzahlung von 600 Euro vor. Diese Einkommenserhöhung bietet die Bahn auch der GDL an.

DPA DPA

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