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Bietpoker um Warenhauskette: Karstadt-Interessent aus St. Petersburg verlangt mehr Zeit

Die Zeit wird knapp. Nachdem sich der russische Investor Artur Pachomow im letzten Moment in den Bietpoker um den involventen Warenhauskonzern Karstadt eingeschaltet hatte, hat er nun um eine weitere Fristverlängerung gebeten.

Die Chancen des russischen Investors Artur Pachomow auf einen Zuschlag für die insolvente Warenhauskette Karstadt schwinden. Pachomow habe die Fragen der Gläubiger, wie er sich die Zukunft des Unternehmens vorstelle, bisher nicht beantwortet, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Donnerstag. "Damit fehlt jede Grundlage, um über die weitere Vorgehensweise zu entscheiden."

Der Gläubigerausschuss hatte in der vergangenen Woche eine letztmalige Verlängerung seiner Entscheidungsfrist beschlossen. Er will nun am kommenden Montag zusammentreten, um über die vorliegenden Kaufangebote zu entscheiden. Am Mittwoch soll Görg zufolge dann ein Kaufvertrag unterzeichnet werden.

Die von den Gläubigern beauftragte Investmentbank habe Kontakt mit Pachomow aufgenommen, sagte der Sprecher. Der russische Investor habe aber auf die ihm zugesandten Unterlagen nicht reagiert. Pachomow hatte der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagsausgabe) gesagt, er habe um Aufschub der Entscheidung über einen Käufer gebeten und seinerseits keine Antwort erhalten. Der Geschäftsmann aus St. Petersburg hat erst vor wenigen Tagen Interesse an Karstadt angemeldet

Für die Warenhauskette haben der Finanzinvestor Triton, der Investor Nicolas Berggruen und das Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet um die US-Bank Goldman Sachs Gebote abgegeben.

Der Handelskonzern Metro dem der Karstadt-Konkurrent Kaufhof gehört, hat zudem Interesse an einzelnen Warenhäusern signalisiert. Görg will Karstadt jedoch als Ganzes erhalten. Kaufhof-Chef Lovro Mandac war zuletzt zu einem Gespräch mit Görg zusammengekommen, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte. Ein formelles Angebot der von Metro für Karstadt liege aber nicht vor.

Reuters/AFP / Reuters