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Bietpoker um Warenhauskette: Metro bekräftigt Interesse an Karstadt

Am kommenden Montag soll sich das Schicksal der Karstadt-Warenhauskette endgültig entscheiden. Im Vorhinein bringen sich die Bieter in Stellung: Während der Handelskonzern Metro einmal mehr sein Interesse bekräftigt, hofft ein neu hinzugekommener Investor aus Russland auf weiteren Aufschub.

Kurz vor der Entscheidung im Karstadt-Bieterrennen hat der Handelskonzern Metro sein Interesse an Teilen der insolventen Warenhauskette bekräftigt. Nachdem Metro-Chef Eckhard Cordes schon vor zwei Wochen einen Brief an den Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg geschrieben hatte, gab es am Dienstag auch ein Gespräch mit Metro-Vertretern.

Ein Sprecher Görgs bestätigte entsprechende Informationen der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Donnerstagausgabe) zu diesem Treffen. Nach dpa-Informationen handelte es sich dabei aber nicht um Verhandlungen, sondern lediglich um ein Sondierungsgespräch. Der russische Karstadt-Bieter Artur Pachomow bat derweil um Aufschub der Verkaufsentscheidung, wie er der "Welt" (Donnerstag) sagte.

Der Karstadt-Insolvenzverwalter bleibe bei der Linie, dass die Essener Warenhauskette als Ganzes verkauft werden soll, betonte Görgs Sprecher. Dies sei auch im Insolvenzplan so vorgesehen. Die Metro AG hatte schon kurz vor der Karstadt-Pleite vor einem Jahr Interesse an bis zu 60 der 90 Karstadt-Warenhäuser bekundet. Die Häuser sollten das Filialnetz der Metro-Warenhaustochter Kaufhof ergänzen.

Die Metro wirbt damit, dass sie den Betrieb zahlreicher Karstadt- Häuser zügig übernehmen könnte und damit ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert wäre. Da die Metro vor allem an den großen Karstadt-Häusern interessiert ist, könnten schätzungsweise 18 000 bis 20 000 der insgesamt 25 000 Karstadt-Arbeitsplätze in eine solchen Lösung einbezogen werden, wird in der Branche vermutet.

Der Karstadt-Gläubigerausschuss will an diesem Montag erneut beraten, welcher Bieter den Zuschlag bekommen soll. Die Unterschrift des Käufers soll bis zum 9. Juni erfolgen. Einen Tag später will das Essener Amtsgericht dann seine Entscheidung über das Inkrafttreten des Insolvenzplans verkünden. Derzeit gibt es drei Angebote für die komplette Warenhauskette Karstadt.

Darüber hinaus hatte sich am vergangenen Freitag überraschend der russische Unternehmer Pachomow als Interessent gemeldet. Dies bestätigte er in einem Gespräch mit der "Welt". Er habe Insolvenzverwalter Görg um Aufschub der Entscheidung über den Zuschlag gebeten. "Wir haben erklärt, dass wir Zutritt zu allen Unternehmensdaten und Zeit für deren Studium brauchen", sagte der 48 Jahre alte Petersburger. Er habe aber noch keine Antwort erhalten. Der Zeitung zufolge hatte Pachomow ein nur wenige Seiten umfassendes Angebot abgegeben und bisher keine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgenommen.

AFP/Reuters / Reuters