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BILANZ-SKANDAL: Schwur auf die Zahlen

Die Stunde der Wahrheit: Die Vorstandschefs und Finanzvorstände von rund 700 US-Konzernen müssen eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass die Bilanzen ihrer Gesellschaft richtig sind.

Für die großen Konzerne in den USA ist die Stunde der Wahrheit gekommen: Infolge der großen Bilanzskandale in den vergangenen Monaten müssen die Vorstandschefs und Finanzvorstände von rund 700 börsennotierten amerikanischen Unternehmen - die jährlich mehr als 1,2 Milliarden Dollar Umsatz machen - eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass die Bilanzen ihrer Gesellschaft richtig sind.

Warten bis zur letzten Minute

Dabei haben offenbar zahlreiche Unternehmen bis zur letzten Minute gewartet, denn bis kurz vor Ablauf der Frist hatten nur die Manager von rund 300 Gesellschaften - von Ace Hardware bis Yellow Corp. - ihre Erklärung abgegeben. Die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hatte Ende Juni 947 Unternehmen angewiesen, einen Schwur auf die jeweilige Bilanz zu leisten. Von dem Termin 14. August sind allerdings die Gesellschaften ausgenommen, deren Geschäftsjahr nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt.

Fälschern droht Haft

SEC-Chef Harvey Pitt stellte die Bedeutung der eidesstattlichen Erklärung bereits klar: Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstände, die fälschlich die Bilanzen ihres Unternehmens als richtig deklarieren, können strafrechtlich verfolgt und auch inhaftiert werden. Allerdings hat die Börsenaufsicht in den USA nicht festgelegt was passiert, wenn ein Unternehmensführer die Frist versäumt. Die Unternehmen können aber automatisch eine fünftägige Verlängerung bekommen.

Welches Unternehmen bereits eine eidesstattliche Erklärung abgegeben hat, kann im Internet verfolgt werden. Die Adresse:

http:/www.sec.gov/rules/extra/ceocfo.htm

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