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Geldscheine auf der Straße: In dem Dorf Blackhall Colliery gibt es einen mysteriösen Wohltäter – was steckt dahinter?

In dem englischen Dorf Blackhall Colliery geschieht Merkwürdiges: Passanten finden auf der Straße immer wieder Geldbündel mit mehreren tausend Pfund. Die Anwohner rätseln, wer dahintersteckt: das organisierte Verbrechen, ein guter Samariter oder Weihnachtselfen?

Seit Jahren hat das kleine Dorf Blackhall Colliery einen unbekannten Gönner. Vor fünf Jahren entdeckten Passanten das erste Mal eingerollte Geldscheine. 2000 Pfund lagen so einfach auf der Straße. Bis heute sind es 13 dieser Geldbündel. Umgerechnet 33.000 Euro haben die Dorfbewohner schon vom Asphalt geholt. Am vergangenen Montag wurde wieder ein Scheinebündel gefunden. Hundert 20-Pfund-Noten lagen einfach auf der Straße in dem kleinen Ort an der englischen Ostküste südlich von Sunderland.

Damit wurden allein in diesem Jahr schon vier Geldgeschenke gemacht, teilte Detective Constable John Forster "CNN" mit. Wer dahinter steckt, weiß die Polizei nicht - trotz laufender Untersuchungen. "Dies könnte die Arbeit eines barmherzigen Samariters sein, aber wir möchten uns bei den Bewohnern bedanken, die mit der Abgabe des Geldes einen unglaublichen Gemeinschaftsgeist bewiesen haben", sagte Forster. "Die Umstände sind nach wie vor rätselhaft. Wir würden uns über Informationen freuen, die uns helfen, diesen Vorfällen auf den Grund zu gehen." 

Inzwischen wurden schon fast alle Menschen im Ort befragt, um endlich herauszufinden, wer dort das Geld deponiert. Darüber hinaus gab es auch schon Kontrollen bei der örtlichen Bank und dem Postamt, Fingerabdrücke wurden genommen - aber ohne Ergebnis.

DC Forster, der am Dienstag vor dem örtlichen Pub ein Statement abgab, hofft, dass es sich um einen wohltätigen Gönner handelt, der einfach dem Dorf und seinen Bewohnern etwas Gutes tun möchte - und niemanden, der mit kriminellen Machenschaften in Verbindung steht. Der Polizist lobt darüber hinaus die Ehrlichkeit der 13 Finder, die alle den gefundenen Geldbetrag bei der Polizei abgegeben hätten. "Eine Dame, die es abgegeben hat, zitterte - ich glaube nicht, dass sie jemals zuvor auf einer Polizeistation gewesen war", sagte er dem "Guardian".  

Wo kommt das Geld in Blackhall Colliery her?

An Theorien, wo das Geld herkommt, mangelt es dem kleinen Ort nicht. Einige glauben, dass es von einem Drogendealer stammt. Doch Forster wiegelt ab, solche Aktionen seien sehr untypisch für Kriminelle. In Grace Hair and Beauty Salon in der Hauptstraße, wo ein Großteil des Geldes aufgefunden wurde, rätseln die Kundinnen auch über das Bargeld. "Es könnte einer dieser geheimen Millionäre sein, der Gutes für die Menschen tun will", sagt die 88-jährige Doris Huntington, die sich in dem Salon die Nägel machen lässt, zum "Guardian". "Ich denke, es ist jemand, der versucht, etwas Nettes zu tun - vielleicht jemand, der sein ganzes Leben im Dorf gelebt hat und keine Familie hat", sagt die 42-jährige Lorraine Hall, die im Café serviert.

Gaynor Crute, die Vorsitzende des Pfarrrats von Monk Hesleden, zu dem auch Blackhall Colliery gehört, imponiert vor allem die Ehrlichkeit der Finder. Denn leicht habe es der Ort in der Vergangenheit nicht gehabt. Blackhall Colliery ist ein altes Bergarbeiterdorf. Im Jahr 1981 wurde die Zeche geschlossen, mit dem Dorf ging es seitdem steil bergab. Inzwischen verkommt es zu einem Pendlerort für die Callcenter, die sich in der Region nach dem Ende der Bergbauzeit angesiedelt haben. Die Arbeitslosigkeit dort ist fast dreimal so hoch wie im Landesdurchschnitt. 

Alyson Anderson, die im Rathaus die Weihnachtsdeko aufhängt, hofft dass ihr Blackhall als das "vertrauenswürdigste Dorf im Land" bekannt wird. "Das hier ist keine heruntergekommene Gegend, aber wirklich Gutes passiert hier nicht oft", sagt sie zum "Guardian". "Es könnte jemand sein, der einfach nur helfen will. Wie die kleine Elfe dem Weihnachtsmann", sagt Anderson weiter. "Ich hoffe, dass es so ist."

kg