Bordverpflegung Verspätete Flüge durch Warnstreiks


Keine Verpflegung an Bord: Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Caterers Gate Gourmet zu einem Warnstreik aufgerufen. Dadurch kam es an deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Davon betroffen waren unter anderem Air Berlin und Singapore Airlines.

Warnstreiks beim Airline-Caterer Gate Gourmet haben zu zahlreichen Verspätungen im Luftverkehr geführt. An fünf von sieben deutschen Standorten des weltweit zweitgrößten Lieferanten für Essen, Getränke und Produkte für den Bordverkauf legten 300 bis 350 der insgesamt 650 Beschäftigten vier Stunden lang die Arbeit nieder, wie Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Straube sagte.

"Allein in Frankfurt konnten zehn Flüge nur verspätet starten", so der Verdi-Sprecher. Bei Air Berlin hielten sich die Auswirkungen in Grenzen, wie eine Sprecherin sagte. Ein Inlandsflug sei ohne Verpflegung an Bord gestartet, ein Mittel- und ein Langstreckenflug hätten sich verzögert. Zu den Kunden von Gate Gourmet in Deutschland zählen große US-Fluggesellschaften wie Delta, American Airlines und Continental Airlines.

Weitere Warnstreiks angedroht

Wenn der Airline-Caterer auf das Signal nicht reagiert, sollen laut Straube in der kommenden Woche weitere Arbeitsniederlegungen folgen. Es würden dann ganze Schichten ausfallen. Welcher Standort wann streike, werde in diesem Fall nicht angekündigt. Zudem kündigte die Gewerkschaft für Freitag, 25. Juli, das Ergebnis der Urabstimmung der Lufthansa-Angestellten an. Wenn auch hier für einen Streik gestimmt wird, "werden wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam mit dem deutschen Marktführer LSG Sky Chefs streiken", sagte Straube. Demnach wäre der gesamte Luftverkehr lahmgelegt.

In Zeppelinheim bei Frankfurt am Main, der größten deutschen Niederlassung des Catering-Unternehmens, legten laut Straube 180 Mitarbeiter die Arbeit nieder. Ebenfalls von den Aktionen betroffen waren die Standorte München, Berlin-Tegel, Hamburg und Stuttgart. Verdi will das Unternehmen mit den Warnstreiks an den Verhandlungstisch zurückbringen.

Am 10. Juli hatten sich die Tarifparteien ohne Ergebnis und ohne neuen Termin vertagt. Die Mitarbeiter hätten seit mehr als fünf Jahren keine Einkommenserhöhung mehr bekommen, begründete Verdi den Ausstand. Ein Versuch, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen, sei gescheitert. Verdi fordert eine Erhöhung um acht Prozent und eine Einmalzahlung von 800 Euro für zwölf Monate. Personalchefin Martina Radzanowski sagte, das Unternehmen könne die Forderung von Verdi nicht hinnehmen. Gate Gourmet fordere von den Mitarbeitern dafür Entgegenkommen, etwa eine Verlängerung der Arbeitszeiten.

DPA/Reuters/AP AP DPA Reuters

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