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89 Filialen vor dem Aus: "Burger King darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen"

Die für Burger-King-Mitarbeiter zuständige Gewerkschaft NGG ist erleichtert über das Vertragsende mit Yi-Ko - und gibt sich kämpferisch: Keiner der Verantwortlichen dürfe sich nun wegducken.

Noch arbeiten die Mitarbeiter in den betroffenen Filialen weiter. Spätestens in drei Tagen sind aber die Lager leer - wie es dann weitergeht, ist unsicher.

Noch arbeiten die Mitarbeiter in den betroffenen Filialen weiter. Spätestens in drei Tagen sind aber die Lager leer - wie es dann weitergeht, ist unsicher.

Es klingt paradox, doch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist erleichtert, dass Burger King die von Yi-Ko geführten Filialen dicht machen will. Obwohl der Arbeitsplatz von 3000 Angestellten bedroht ist. "Von Anfang an hatten wir große Probleme mit Yi-Ko", sagt ein NGG-Sprecher. Hunderte Gerichtsverfahren hatte die Gewerkschaft gegen den Arbeitgeber führen müssen. Immer wieder seien Betriebsräte massiv unter Druck gesetzt worden. Auch Urlaubsgeld wurde teilweise nicht gezahlt. Und gekündigt wurde Mitarbeitern auch während einer Krankschreibung. Insgesamt sei die NGG "nicht unglücklich" über diesen Schritt.

Noch drei Tage - dann sind die Lager leer

Vor allem die katastrophalen Arbeitsbedingungen seien Grund für den aktuellen Skandal, so der Sprecher weiter. Fachkräfte rauszuschmeißen und durch günstige Mitarbeiter zu ersetzen, lohne sich nicht. In den Filialen habe immenser Druck geherrscht. Immer wieder hätten Mitarbeiter von Yi-Ko Hilfe bei der Gewerkschaft gesucht. Wenn zu viel Arbeit in zu wenig Zeit erledigt werden müsse, seien Fehler und Mängel vorprogrammiert, so der Sprecher

Noch weiß die Gewerkschaft nicht, wie es mit den Mitarbeitern weitergehen wird. "Unsere Mitglieder haben gültige Arbeitsverträge und gehen ganz normal zur Arbeit", so der Sprecher. "Allerdings sind die Lager in spätestens drei Tagen leer. Wie es dann weitergeht, müssen wir abwarten."

Die NGG sieht Yi-Ko in der Pflicht, sich einen Plan für die Mitarbeiter in den betroffenen 89 Filialen einfallen zu lassen. "Aber auch Burger-King darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen", so der Sprecher. Gerade in der Franchisebranche müsse sich auch der Konzern selbst engagieren.

NGG gibt sich kämpferisch

"Unser Ansprechpartner ist und bleibt Burger King", so der NGG-Sprecher. Yi-Ko will sich gegen die Ankündigung von Burger King mit allen rechtlichen Mitteln wehren. Einen Kleinkrieg zwischen Franchisenehmer und Konzern auf dem Rücken der Mitarbeiterschaft will die Gewerkschaft aber nicht hinnehmen: Keiner dürfe sich jetzt wegducken, "das werden wir auf keinen Fall zulassen."

kg
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