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Chrysler: Neuer Inhaber streicht 11 000 Jobs

Nach der vereinbarten Streichung von 13.000 Stellen unter dem alten Eigentümer Daimler, legt der neue Inhaber Cerberus noch einmal eine Schippe drauf: Bis zu 11.000 Stellen sollen zusätzlich abgebaut werden. Chrysler-Chef Bob Nardelli spricht von dramatischen Änderungen am Markt.

Der Finanzinvestor Cerberus setzt beim kürzlich übernommenen US-Autobauer Chrysler zu weiteren harten Einschnitten an und streicht nochmals Tausende von Jobs. Zusätzlich zu den noch vom früheren Alleineigentümer DaimlerChrysler im Februar geplanten 13.000 Stellenkürzungen sollen weitere bis zu 11 000 Arbeitsplätze wegfallen. "Die Marktsituation hat sich in den vergangenen acht Monaten dramatisch verändert", begründete Chrysler-Chef Bob Nardelli am Donnerstag in Detroit den drastischen Schritt.

Vier Modelle werden gestrichen

Die Angaben über die aktuelle Zahl der Chrysler-Mitarbeiter variieren je nach Art der Beschäftigungsverhältnisse. Die Auto-Gewerkschaft vertritt rund 48.000 Beschäftigte des Konzerns. In fünf US-Fabriken will der drittgrößte US-Autokonzern nach General Motors und Ford nun komplette Schichten streichen, in weiteren Werken soll die Produktion auf andere Weise zurückgefahren werden. Chrysler- Präsident Tom LaSorda sagte laut einer Mitteilung, Chrysler müsse sich jetzt bewegen, um auf einen schrumpfenden Markt zu reagieren.

Auch die Modellpalette krempeln die neuen Eigentümer kräftig um. Vier Modelle - der Dodge Magnum, die Cabrio-Version des Chrysler PT Cruiser, der Chrysler Pacifica und der Chrysler Crossfire - werden im kommenden Jahr eingestellt. Im Gegenzug will Chrysler mit vier neuen Modellen der Absatzkrise entgegenwirken. Zwei der neuen Autos - der Chrysler Aspen und der Dodge Durango - sollen mit einem Hybridantrieb ausgestattet sein.

Stellen vor allem in Produktion gekürzt

Im einzelnen sollen nach dem Kürzungsplan im nächsten Jahr zwischen 8500 und 10.000 Schichtarbeiter-Jobs in der Produktion und weitere rund 1000 Positionen für Angestellte gestrichen werden. Im Februar hatte die frühere DaimlerChrysler AG einen Sanierungsplan aufgelegt, dem insgesamt 13.000 Stellen zum Opfer fallen.

Erst vor kurzem hatte sich Chrysler mit der Gewerkschaft auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Er sollte mit deutlichen Zugeständnissen der Arbeitnehmerseite die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ermöglichen.

Der Finanzinvestor Cerberus Capital Management hatte im August nach anhaltenden Problemen bei dem schwächelnden US-Autobauer 80,1 Prozent an Chrysler für rund 5,5 Milliarden Euro übernommen. Die restlichen 19,9 Prozent hält der bisherige Stuttgarter Mutterkonzern. Die transatlantische Konzernehe war nach neun Jahren im Mai geschieden worden.