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Lufthansa-Tochter: Germanwings-Piloten kündigen Streik an

Pendler und Reisende müssen in dieser Woche starke Nerven haben: Nach den Lokführern wollen am Donnerstag auch die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings streiken.

Nahezu menschenleer war der Check-In Bereich der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings beim Streik am 29. August auf dem Flughafen in Hamburg.

Nahezu menschenleer war der Check-In Bereich der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings beim Streik am 29. August auf dem Flughafen in Hamburg.

Die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings wollen am Donnerstag ab 12 Uhr bis Mitternacht deutschlandweit streiken. Das kündigte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt an. Bedauerlicherweise habe Lufthansa alle Kompromissvorschläge der VC nicht aufgegriffen und mauere weiter, erklärte die Gewerkschaft: "Deswegen müssen sich die Kunden in der nächsten Zeit auf weitere Streiks einstellen".

Cockpit hat seit April in sechs Streikwellen mehr als 4300 Flüge mit rund 500.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Im Tarifstreit geht es um die künftigen Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings sowie die Pläne der Konzernleitung für eine Ausweitung der Billig-Ableger.

Streiks kosten Konzern bisher 70 Millionen Euro

Die Lufthansa hat die bisherigen Regeln zum Jahresende 2013 gekündigt. Sie will erreichen, dass die Piloten frühestens mit 60 (bislang 55) Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Zudem soll das durchschnittlich zu erreichende Austrittsalter von 58 auf 61 Jahre angehoben werden. Dazu wurden komplexe Übergangsregeln angeboten. Die Lufthansa sieht sich wegen der harten Konkurrenz nicht mehr in der Lage, die im Branchenvergleich großzügigen Vorruhestandsregeln zu finanzieren. Die Gewinneinbußen durch die Streiks summieren sich für den Konzern bislang auf mindestens 70 Millionen Euro.

Pendler und Reisende brauchen bereits jetzt gute Nerven: Um 14 Uhr beginnt wieder ein bundesweiter Lokführer-Streik. Aber schon seit Mitternacht gilt ein eingeschränkter Fahrplan im Fernverkehr und seit 9 Uhr auch im Regionalverkehr. Der Ausstand soll bis Donnerstag 4 Uhr dauern. Dabei sollen flächendeckend die Züge stehen bleiben - im Fern- und Regionalverkehr wie auch bei den S-Bahnen.

Die GDL verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will zudem auch für das übrige Zugpersonal verhandeln.

mad/DPA/Reuters / DPA / Reuters