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Trendsport: Crossfit im Selbstversuch - oder: Warten auf den Schmerz

Ja, Sport ist anstrengend, aber Crossfit geht weit darüber hinaus. Weiter, stärker, härter, Grenzen sprengen  - dieser Sporttrend mobilisiert die Massen und ist ein lukratives Geschäft. Ein schmerzhafter Selbstversuch. 

Crossfit im Selbstversuch: Grenzen überwinden

Crossfit im Selbstversuch: Sport ist auch keine Lösung - oder?

Es ist vorbei. Schweiß rinnt mir in die Augen, der Atem geht flach und schnell, die Oberarme zittern, um mich herum klatschen Menschen. In meinem Kopf herrscht Leere. Mein Gesicht liegt im Gras, ich atme Halme, Schweiß und Tränen ein. Egal. Ich lebe. Das überrascht mich.

Ich hätte gewarnt sein sollen. Wenn für eine Sportveranstaltung mit dem Wort "Bootcamp" geworben wird, dann meinen es die Veranstalter ernst, zum Beispiel die US-Army. Und wenn die Einladung von Crossfit kommt, dann wird es gnadenlos. Der Fitness-Trend aus den USA setzt auf geballte Power, auf Grenzüberwindung. Statt in einem techniküberladenen Studio wird in der "Box" trainiert. Viel Eisen, wenig Schischi. Seile und Ringe hängen von der Decke, Turnstangen stehen im Raum, die Gewichte sehen aus wie alte Autoreifen. Die Box ist eher eine Werkstatt, doch hier wird nicht an Autos herumgeschraubt, sondern der Körper optimiert. Knallhart, effizient, schmerzhaft. 

Crossfit, ein Training unter Hochdruck

Crossfit kombiniert Eigengewichtsübungen mit Sprints, Gewichtheben und Dehnung. Der Trick: Das Workout soll nicht lange dauern, sondern es geht um viele Wiederholungen in wenig Zeit. Experten sprechen vom HIIT (High Intensity Interval Training), dem Wechsel von hochintensiven Trainingsphasen und Ruhepause. Intervalltraining am Limit, bei Crossfit geht der Sportler an die Grenze. Immer mit Vollgas, drunter machen es Crossfitter nicht.

Das Bootcamp soll im Park stattfinden, also sind Gewichte gestrichen. Auch ohne Eisen in der Hand kann man leiden. Pünktlich trabt die Gruppe der Bootcamper von der Crossfit-Box in den nahe gelegenen Park. Dann geht es los: Hampelmann in Highspeed. 20 Sekunden lang. Dann eine Pause von zehn Sekunden. Danach die Hände hoch und an die Fußspitze, wieder 20 Sekunden lang. Pause. Tempo erhöhen. Bis dahin geht es mir noch prächtig.

Ein lukratives Fitness-Geschäft

Crossfit ist ein lukratives Geschäft geworden. In den USA und Kanada setzen Feuerwehr, Polizei und auch die Armee auf den Trainingsansatz. Der Erfinder, Greg Glassman, hat mit der Crossfit Inc. ein globales und milliardenschweres Imperium aufgebaut. Videos, Trainer - und Studiolizenzen sowie Mitgliedsgebühren spülen Geld in die Kassen.

Doch der neue Fitness-Trend ist nicht einfach ein neues Workout, es ist eine Fitness-Religion. Ihre Jünger predigen die Übungen, treffen sich, um in der Gruppe das Workout zu absolvieren. Pushen sich in den Wahn aus körperlichen Grenzerfahrungen und Erlösung, wenn sie sie hinter sich gebracht haben. Schnell, hart, Endorphine! Längst gibt es Meisterschaften, internationale Turniere, auf denen sich die Gläubigen messen. Eine eingeschworen Gemeinschaft aus Körperkult und brennenden Muskeln.

Schneller, härter, weiter, Crossfit

Im Park wird das Tempo angezogen. Sit-ups, Liegestütze, alles in einem Affenzahn. Dazwischen Kurzsprints. Und alles wieder von vorne. Die ersten stöhnen und japsen, angespannte Muskeln in knallroten Gesichtern. Der Trainer, ein großer Mann mit Tatöwierungen von der Fingerspitze bis zum Nacken peitscht die Gruppe vorwärts, verkürzt die Pausenzeiten um wertvolle Sekunden. Die Kehle fühlt sich an wie eingeschnürt, aber schlappmachen ist keine Alternative. Der Druck von Trainer und Gruppe ist hoch, wer will hier schon zum Loser werden? Also wird gepowert. 40 Sit-ups, 40 Liegestütze, dazwischen fünf, sechs, sieben Sprints. Langsam werden die Muskeln schlaff, die Oberschenkel brennen bei jedem Schritt. Nur noch sechs Minuten für das Workout, brüllt der Trainer. Statt sich zu freuen, dass in wenigen Minuten die Tortour ein Ende hat, kommt Panik auf: Mist, noch so viele Übungen bei so wenig Zeit. Also erhöhen die Trainierenden das Tempo. Abermals. 

Die letzten Liegestütze. Noch vier, noch drei. Die Arme zittern wie im Wind, Schweiß tropft. Die anderen Crossfitter feuern an. Mir wird schwummerig und schlecht. Noch zwei, noch eine. Oh, bitte lasst mich einfach auf dem Rasen liegen. Ich kann nicht mehr. Die Rufe werden lauter: "Komm schon" und "Die Letzte, das schaffst du". Einmal noch hochdrücken. Aus. 

Trendsport im Check: Das wohl schweißtreibendste Training überhaupt

Nach dem Training ist vor dem Muskelkater

Taumelnd, fast weggetreten eiere ich in der Gruppe zur Box zurück. Ich stehe, ein Erfolg. Und ich bin verblüfft. Eben habe ich Sport mit durchtrainierten Menschen gemacht, die monatlich locker 130 Euro und mehr ausgeben, um sich anbrüllen zu lassen. Um sich danach wie ein Totalschaden zu fühlen - und darüber glücklich sind. Vollkommen irre, ja. Vor allem, wenn man an den unfassbaren Muskelkater der nächsten Tage denkt. Aber da ist noch was anders. Nämlich Stolz. Darauf, sich eben nicht von eigentlich läppischen Übungen, allerdings in einem Höllenritt, klein kriegen zu lassen. Und ich bin mir sicher, dass dieses überwältigende Gefühl, den eigenen Schweinhund nicht nur einfach überwunden, sondern komplett fertig gemacht zu haben, einen großen Anteil an der Crossfit-Manie hat. Ob ich wieder hingehe? Beantworte ich erst, wenn ich meine Beine wieder spüre. 

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.