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DaimlerChrysler: "Irgendwie ist das ein unsauberes Spiel"

Die IG Metall hat sich skeptisch über das Angebot des DaimlerChrysler-Vorstandes auf den Einkommensverzicht geäußert und vermutet Taktiererei hinter dem Angebot.

Dies sei der Versuch, "Kosmetik zu betreiben, die Wogen zu glätten", sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Berthold Huber heute im Westdeutschen Rundfunk. Das nehme aber den aktuellen Problemen nicht die Schärfe.

Ohnehin sei dieses Angebot nicht zu vergleichen mit den gesamten Sparplänen: Die Manager bekämen bei einem Einkommensverzicht vielleicht zwei oder drei Millionen Euro zusammen. Auf der anderen Seite steht laut Huber weiter die Forderung an den Daimler-Betriebsrat, Einsparungen von 500 Millionen Euro zu akzeptieren. "Also irgendwie ist das alles ein unsauberes Spiel. Und das ist Taktiererei", sagte der Gewerkschafter.

Entscheidende Runde am Dienstag

Nach tagelangen massiven Protestaktionen gehen die Verhandlungen über die Einschränkung von Sozialleistungen am Dienstag in ihre entscheidende Runde. Die Konzernspitze droht mit dem Wegfall von 6.000 Stellen im Werk Sindelfingen, falls Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro nicht erbracht werden. In dem Fall soll die neue C-Klasse in Bremen und Südafrika produziert werden.

Huber kündigte an, die Gewerkschaft werde sich nicht unter Druck setzen oder gar erpressen lassen. Auch die IG Metall verfüge noch über eine ganze Menge Druckmittel. Im Übrigen wisse er noch nicht, ob er den Optimismus von Konzernchef Jürgen Schrempp vor der neuen Verhandlungsrunde teilen könne. Schrempp hatte am Wochenende erklärt, er sei "zuversichtlich, dass wir in Kürze eine Lösung herbeiführen".

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