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DaimlerChrysler: Topmanager bieten Gehaltsverzicht an

Einem Zeitungsbericht zufolge werden Vorstand und Topmanager von DaimlerChrysler anbieten, auf zehn Prozent ihrer Gehälter zu verzichten, um den Konflikt um längere Arbeitszeiten beizulegen.

Für eine Lösung des Konflikts um längere Arbeitszeiten in den baden-württembergischen Werken sind Vorstand und Topmanager von DaimlerChrysler einem Zeitungsbericht zufolge bereit, auf zehn Prozent ihres Gehalts zu verzichten.

Der Vorstand wolle dem Betriebsrat in den kommenden Verhandlungen ein entsprechendes Angebot unterbreiten, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Vorstand will die Arbeitskosten in den Werken im Südwesten um 500 Millionen Euro senken. Sollte es nicht zu einer Einigung mit Betriebsrat und Gewerkschaft kommen, soll die Produktion der neuen C-Klasse von Mercedes von 2007 an nach Bremen und Südafrika verlegt werden. Dadurch wären in Baden-Württemberg 6000 Arbeitsplätze in Gefahr. Der Betriebsrat hat Zugeständnisse im Wert von 200 Millionen jährlich angeboten.

Schrempp ist optimistisch

In einem Bericht der "Welt am Sonntag" äußerte sich DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp optimistisch, den Streit bald beilegen zu können. Aus Protest gegen die Sparpläne des Vorstands blieben allerdings auch am Samstag nach Angaben des Betriebsrats mehr als 10.000 Beschäftigte in Sindelfingen und Untertürkheim der Arbeit fern. Dadurch konnten 1000 Autos nicht montiert werden. Die Verhandlungen zwischen Gesamtbetriebsrat, IG Metall und Mercedes-Chef Jürgen Hubbert sollen am Dienstag weitergehen.

Während SPD-Chef Franz Müntefering im Streit um längere Arbeitszeiten den Arbeitgebern wie die IG Metall einen Angriff auf Arbeitnehmerrechte vorwarf, äußerte die Union Verständnis für die Kostensenkungspläne bei DaimlerChrysler. CSU-Chef Edmund Stoiber sagte der "Bild am Sonntag", Tarifverträge, die stündliche Extra-Pausen und Spätzuschläge ab 12.00 Uhr mittags vorsähen, passten nicht mehr in die Zeit.

Reuters / DPA / Reuters