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"Das Ding des Jahres": Nie mehr mit dem Kaffeefilter auf die Toilette

Handschühchen für den Hintern, Cocktails, die sich von allein mischen und das Comeback von Lord Helmchen - alle kämpften um den Einzug ins Finale, aber beim "Ding des Jahres" setzten sich am Ende die Basics durch: Mundhygiene und Modellautos.

Von Ingo Scheel

Dreieckiges Tütchen-Klopapier - das wäre es doch? Solchen Fragen geht man bei "Das Ding des Jahres" nach.

Dreieckiges Tütchen-Klopapier - das wäre es doch? Solchen Fragen geht man bei "Das Ding des Jahres" nach.

Kennen wir das nicht alle: Das Toilettenpapier ist mal wieder bis auf den letzten Fitzel aufgebraucht, aber für den Gang zu Budni ist es zu spät. Was also tun? Müssen wieder mal die Kaffeefilter herhalten. Dass sich einem bei derlei improvisiertem Reinigungsritual nicht nur die Frage stellt, was wohl der Melitta-Mann dazu sagen würde, sondern vielleicht sogar Geistesblitze zu Tage treten, davon kündete Wojciech Otto am Abend bei der ersten Ausgabe der neuen ProSieben-Show "Das Ding des Jahres". 

Der Mann ist LKW-Fahrer, regelmäßig mit seinem 40-Tonner auf Achse und wenn es auf dem Örtchen zu Engpässen beim Papier kommt, dann benutzt der Brummi-Mann schon gern mal eine Filtertüte zur Politur. Dass das besser funktioniert als das Original, brachte den, Verzeihung, flotten Otto auf den Geistesblitz, das Po-Papier direkt als eine Art dreieckiges Handschuh-Tütchen zu entwickeln. Zur Vorstellung stapfte der wuchtige Sympath denn tatsächlich als lebende, riesige Klopapier-Rolle in den Sendesaal, als wäre er beim Rosenmontagszug grad vom Wagen gefallen.

Warum nicht Tütchen?

Alles für’n Arsch also beim vollmundig angekündigten, neuesten Wurf aus der Denkschmiede von Stefan Raab? Mitnichten, sieht man einmal von der mit 180 Minuten wenig sinnstiftenden Überlänge ab, dann geriet der Stapellauf zuweilen durchaus unterhaltsam - wenn man denn gern Leuten dabei zuschaut, wie sie vor ihrer Garage stehen und mal mehr, mal weniger sinnvolle Erfindungen anpreisen und für Serienproduktion werben. 

Das Prozedere noch einmal im Schnelldurchlauf: Pro Sendung treten acht ErfinderInnen an, je zwei im Head-to-Head-Vergleich. Danach entscheidet das Publikum, wer ins Finale am Ende der Sendung einzieht. Dann voten nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Jury, bestehend aus Joko Winterscheidt, Lena Gercke und Rewe-Chef-Einkäufer Hans-Jürgen Moog, einen bzw. zwei Gewinner ins Grande Finale. Das wiederum findet nach insgesamt fünf solcher Sendungen mit insgesamt 40 Selfmade-Innovationen statt und beschert dem schlussendlichen Sieger einen 2,5 Millionen schweren Werbedeal beim Sender.

Schnaps hat das letzte Wort

Zunächst kämpfen Sascha Koths, der mit einer mobilen Cocktail-Maschine angereist ist, und Nicole Oberhofer, die ein Gadget für die zuverlässige Schuhgrößen-Bestimmung dabei hat, gegeneinander. Das mit den Schühchen mag praktisch sein, aber wer Joko und Moderatorin Janin Ullmann beim passionierten Mixen jenes maschinell hergestellten "Swimmingpool" beobachtet, der aus Koths Flaschenbatterie etwas träge ins Glas tröpfelt, der ahnt, dass Schnaps hier das letzte Wort hat.

Das Nachsehen hat eine Runde später auch Jörg Skowronek, Lagerist mit Daniel-Düsentrieb-Ambitionen, dessen Ehefrau seinen Basteltrieb pragmatisch sieht: "Wenn er was erfindet, steht er im Haus nicht im Weg". Sein Wohnwagen-Anhänger für Mofa oder Fahrrad scheint dann aber doch entweder zu klein oder der Preis zu hoch oder - und das ist am wahrscheinlichsten - ein bisschen von beidem. Zudem ist sein Gegner einfach zu stark, denn das ist der bereits ausführlich eingeführte Mann mit dem Putztütchen für den Podex.

Diesen Honiglöffel braucht die Welt

Ein etwas ungleiches Duell bestimmt auch die dritte Runde. Frank Schmidbauer ist Bewerbungscoach mit Hang zu Honigverzehr und einer gewissen Jeanpützigkeit. Auf dessen Seehund-Schnauzer hat er leider verzichtet, dafür ist er mit einer ebensolchen Vorliebe für Erklärungen in lang gesegnet. Die Vorteile seines Honiglöffels erschließen sich dabei vielleicht nicht jedem, aber wie das Teil sich in der Hand drehen lässt, das, ähm, also, das ist wirklich, also, erstaunlich ist das. Imposant auch die Tatsache, dass Schmidbauer alle Prototypen des Löffels zum Begucken mitgebracht hat. Gegen Widersacher Martin Müller war der Zweikampf jedoch alles andere als ein Honigschlecken. Denn der Werkzeugmacher aus Speyer hatte mit "Dr!ft" eine Fernsteuerung samt Modellauto dabei, die in der Lage ist, ein kleines Rennmobil endlich so naturgetreu brummen, kesseln, schleudern und driften zu lassen wie ein echtes, großes Rennauto. Da machte Joko nicht nur große Augen, auch weite Teile des Publikums schienen darauf schon immer gewartet zu haben. 

Nicht ganz so sehnsüchtig erwartet, aber dennoch mit allem gebotenem Respekt bedacht, war das Projekt von Eva-Maria Burner, die im letzten Duell antritt. Für alle, denen der Fahrradhelm zu hässlich erscheint, hatte sie in Sachen Präventionsförderung einen Hut für den Helm erfunden. Überstülpen, festmachen und schon ist man nicht nur gegen Stürze, sondern auch gegen Wind und Wetter geschützt und macht im Straßenverkehr gleich eine schickere Figur. Dass man damit dann mehr nach Lord Helmchen aussieht als einem lieb ist, mag dem einen oder anderen aufgefallen sein, aber auch wenn Eva-Marias Mütze vielleicht nicht ganz der Burner war, allein der gute Wille, die Teile in Behindertenwerkstätten herstellen zu lassen, ist eine lobenswerte Sache.

Nundhygiene ohne Schrubben

Gegner Marvin Musialek ist jedoch nicht zu bezwingen, ob mit oder ohne Helm. Der Tüftler hat mit "Amabrush" eine neuheitliche Zahnhygiene-Vorrichtung dabei, die die herkömmliche Bürste nicht nur überflüssig machen soll, sondern die Kauleiste auch noch von ganz allein putzt. Das klappt bei Musialeks Freundin Katrin genauso gut wie bei Winterscheids Joko, die Konsequenz: Finaaaaale! Und weil die Jury es anders sah, schickten sie zudem noch Martin Müller und sein Modellauto in die Schlussrunde. Fortsetzung folgt - und das schon am Samstagabend.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.