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Der "Tiger" am Boden: Eurocopter verspricht Nachbesserung bis September

Lutz Bertling, Chef der EADS-Tochter Eurocopter, hat am Dienstagabend eingeräumt, die Entwicklungsdauer ihres Kampfhubschraubers unterschätzt zu haben. Das Verteidigungsministerium hatte zuvor die Abnahme des "Tiger" wegen schwerer technischer Mängel gestoppt.

Eurocopter will die Probleme mit der Verkabelung seines Kampfhubschraubers Tiger bis September lösen. Die Industrie habe die Entwicklungsdauer für den Helikopter unterschätzt, räumte der Chef der EADS-Tochter, Lutz Bertling, am Dienstag in der ARD ein. Er beklagte allerdings auch Probleme im Zusammenspiel mit der Bundesregierung als Auftraggeber.

Das Verteidigungsministerium hatte zuvor die Abnahme des Tiger wegen schwerer technischer Mängel gestoppt. Weitere Maschinen würden erst dann abgenommen, wenn Eurocopter die Probleme mit den aufgescheuerten Kabeln löse, hieß es in einem internen Bericht des Ministeriums über das Drei-Milliarden-Euro-Projekt, der Reuters vorlag.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sieht nun in erster Linie Eurocopter am Zug. "Für solche Mängel können wir letztlich nicht Abhilfe schaffen, das muss die Industrie machen", sagte er der ARD. Um auf Seiten der Bundeswehr die Abnahme zu beschleunigen, solle das Prüfpersonal aufgestockt werden.

Kritik an Eurocopter kam auch vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, das für die Abnahme der Hubschrauber zuständig ist. Das Hauptproblem sei die mangelnde Lieferqualität des Herstellers, sagte dessen Vize-Präsident Reinhard Schütte der ARD. "Wir scheitern regelmäßig bei den Abnahmen daran, dass immer irgendwelche Teile ausfallen und wir das Produkt letztendlich nicht in der Zeit abnehmen können, wie wir das gerne möchten".

Reuters/AFP / Reuters