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EADS wird zu Airbus: Namensänderung soll Unternehmen beflügeln

Der Luft- und Raumfahrtriese EADS hat sich nicht nur eine Namensänderung in Airbus verschrieben, sondern plant auch umfassende Neustrukturierungen. Derzeit verbucht das Unternehmen steigende Gewinne.

Aus EADS wird Airbus: Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern gibt sich einen neuen Namen und heißt künftig wie seine wichtigste Tochter. "Wir bekräftigen damit die Bedeutung unseres zivilen Flugzeuggeschäfts innerhalb unserer Gruppe", sagte Konzernchef Thomas Enders bei der Vorlage der Quartalsbilanz am Mittwoch. Im zweiten Quartal steuerte der Verkauf von Verkehrsflugzeugen über 70 Prozent zum operativen Konzerngewinn bei - der Konzern verdiente mehr als von Analysten erwartet. Das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft will Enders nun großenteils in einer Sparte zusammenführen.

Dafür werden die bisherige Raumfahrttochter Astrium, die Wehrsparte Cassidian und der Bereich Airbus Military zusammengelegt und firmieren künftig unter dem Namen Airbus Defence und Space. Sitz der neuen Sparte wird München, Chef wird der bisherige Cassidian-Leiter Bernhard Gerwert. Die Hubschrauber-Tochter Eurocopter bekommt einen neuen Namen und wird neben Airbus, Airbus Defence & Space als Airbus Helicopters die dritte Division des Boeing-Rivalen.

Rüstungssparte schrumpft

Die Neuordnung erklärte der Konzern mit den stagnierenden oder gar schrumpfenden Verteidigungsbudgets in der "westlichen Welt". Die neue Struktur solle den Zugang zu den Kunden verbessern, Kosten einsparen helfen und die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Während die Transport- und Tankflugzeuge von Airbus Military unter das Dach der neuen Rüstungs- und Raumfahrtsparte schlüpfen, werden Militär- und Zivilhubschrauber weiter unter gemeinsamer Führung entwickelt und produziert.

Im zweiten Quartal war es erneut die größte Tochter Airbus, die den Gewinn des Gesamtkonzerns beflügelte. Vor allem dank lukrativer Flugzeugverkäufe legte der Umsatz im Jahresvergleich um drei Prozent auf gut 13,9 Milliarden Euro zu. Der Überschuss sprang um 14 Prozent auf 518 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte und außerordentlichen Posten wuchs um 23 Prozent auf 887 Millionen Euro - vor allem dank eines kräftigen Sprungs bei Airbus. Die EADS-Aktie reagierte positiv auf die Nachrichten: Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz legte sie am Morgen um 1,13 Prozent zu.

Bundesregierung begrüßt Neustrukturierung

Für das laufende Jahr sieht Konzernchef Thomas Enders den Konzern auf Kurs zu seinen Gewinn- und Umsatzzielen. So will Airbus 600 bis 610 Verkehrsflugzeuge ausliefern, zugleich sollen Aufträge für mehr als 1.000 neue Flugzeuge hereinkommen. Für den Gewinn je Aktie hat sich der Vorstand 2,50 Euro zum Ziel gesetzt, 26 Cent mehr als im Vorjahr. Dabei sind Einmalbelastungen wie die Kosten für die Beseitigung der Risse in Flügelteilen des weltgrößten Passagierflugzeugs A380 allerdings herausgerechnet.

Die Bundesregierung hat sich als Großaktionär ausdrücklich hinter die Neustrukturierung und Umbenennung des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS in Airbus gestellt. Wirtschaftsminister Philipp Rösler nannte am Mittwoch die Beschlüsse des EADS-Verwaltungsrates dazu "ein gutes Signal für den Luft- und Raumfahrtstandort Deutschland". Dass München der Sitz des Wehrtechnik- und Raumfahrtgeschäfts werden solle, sei "ein Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit der deutschen Standorte." Die Bundesregierung werde den nun anstehenden Umstrukturierungsprozess intensiv begleiten und dabei besonderen Wert auf die Interessen des Wirtschaftsstandorts Deutschland legen.

amt/DPA/Reuters / DPA / Reuters