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Deutscher Wein: Riesling ist ein Exportschlager

Deutscher Wein ist im Ausland begehrt wie lange nicht mehr. Die Exporte vor allem von Weißweinen stiegen in den vergangenen Monaten deutlich an. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala: das Traditionsgewächs Riesling.

Dank der Rebsorte Riesling hat der deutsche Wein im Ausland wieder "enorm an Renommee gewonnen", sagte der Bereichsleiter Auslandsmarketing des Deutschen Weininstituts (DWI), Steffen Schindler. Und das DWI rechnet mit weiteren Steigerungen: In diesem Jahr könnten die deutsche Winzer mehr Weine ins Ausland verkaufen als jemals zuvor.

Idealer Begleiter für die leichte Küche

Laut DWI stiegen die Exporte zwischen Mai 2005 und April 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent im Wert und um vier Prozent in der Menge. Insgesamt wurden in diesen Zeitraum 2,7 Millionen Hektoliter deutsche Weine mit einem Wert von knapp einer halben Milliarde Euro ins Ausland verkauft. Damit liegen die Weinexporte gleichauf mit denen des Jahres 1985, als der bisherige Höhepunkt erreicht worden war.

Grund dafür ist vor allem der neue Trend zum Riesling: Mehr als 60 Prozent dieser Weißweinsorte weltweit wachsen in Deutschland, insgesamt über 20.000 Hektar. Die fruchtigen und zugleich leichten Weine passten exzellent zur modernen, leichten und gesunden Küche, erläuterte Schindler. Zudem sei Riesling inzwischen weltweit zum Markenzeichen und zum Synonym für deutsche Weißweine geworden.

USA holen beim Weingenuss auf

Das gilt vor allem für die USA: Mit 268.000 Hektolitern und einem Wert von 84 Millionen Euro sind die USA bereits der zweitwichtigste Exportmarkt für deutsche Weine. Zwischen Mai 2005 und April 2006 stieg der Absatz um 27 Prozent, der Wert um 22,7 Prozent. Mit 11,6 Litern im Jahr sei der Pro-Kopf-Verbrauch der Nordamerikaner beim Wein aber noch recht niedrig, sagte Schindler. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch derzeit bei 20 Litern.

Der nach wie vor wichtigste Absatzmarkt in Großbritannien ist dagegen weiter rückläufig. Mit knapp 889.000 Hektolitern ging der Export um 8,7 Prozent zurück, der Absatzwert sank um 0,5 Prozent auf rund 128 Millionen Euro. In Großbritannien verändere sich derzeit das Sortiment deutscher Weine - weg von billigen, süßen Produkten hin zu höherwertigen, mittelpreisigen Weinen, sagte Schindler. Dadurch sei mit weniger Menge fast derselbe Umsatz erzielt worden. Auch in Zukunft wolle das DWI weiter auf den Absatz hochklassiger Weine setzen.

Weg von süßer Billigware

Drittwichtigster Markt für deutsche Weine sind inzwischen die Niederlande mit rund 421.00 Hektolitern und einem Wert von 62 Millionen Euro, gefolgt von Japan mit 63.000 Hektolitern und einem Wert von knapp 23 Millionen Euro. In den Niederlanden ist derzeit Rosé auf dem Vormarsch, das DWI will deshalb eine Kampagne mit deutschen Roséweinen starten.

Fortgesetzt werden sollen zudem die "Riesling & Co. World Tour" sowie die Vermarktung von Weißweinen zu Picknicks in England. Kein größeres Engagement plant das DWI hingegen in China: Hier müsse erst einmal für Wein als Getränk überhaupt geworben werden, das könnten die Deutschen allein nicht leisten, sagte Schindler. Das DWI betreibt mit einem Auslandsetat von 3,2 Millionen Euro weltweit zwölf Auslandsbüro.

Gisela Kirschstein/DDP / DDP