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Billige Hilfskräfte: Wie Trumps Golf-Club Einwanderer ohne Papiere ausbeutete

Als US-Präsident fährt Donald Trump einen harten Kurs gegen illegale Einwanderer. Als Unternehmer profitierte er von den billigen Hilfskräften. Nun gibt es Ermittlungen gegen einen seiner Golf-Clubs wegen Ausbeutung von Arbeitern.

Donald Trump

US-Präsident Donald Trump bei einer "Make America Great Again"-Veranstaltung in Wisconsin

AFP

Donald Trump hat den Kampf gegen illegale Einwanderung zum zentralen Thema seiner Präsidentschaft gemacht. Als Unternehmer hingegen hat er lange Zeit gerne von den billigen Arbeitskräften profitiert. So berichtete die "New York Times" bereits im Dezember, dass ein Golf Club von Trump in New Jersey Migranten ohne Papiere beschäftigt habe.

Offenbar kein Einzelfall, denn nun melden sich in der "Washington Post" weitere Einwanderer ohne Papiere zu Wort, die in einem anderen Trump'schen Golf Club beschäftigt waren – und das offenbar zu zweifelhaften Arbeitsbedingungen

So berichtet ein aus Mexiko stammender Barmann, der zehn Jahre im Restaurant des Trump National Golf Clubs Westchester im Bundesstaat New York beschäftigt war, wie er und seine Kollegen systematisch ausgebeutet wurden. Häufig hätten die Vorgesetzten verlangt, dass er nach dem Ausstempeln am Ende der Schicht noch unbezahlt weiterarbeite. Er habe dann sauber gemacht, Besteck poliert und das Restaurant für den nächsten Morgen vorbereitet, alles ohne Bezahlung. Im Mai 2018 verließ der Mann die Arbeitsstelle.

Donald Trump: Staatsanwalt befragt Ex-Mitarbeiter

Mittlerweile untersucht die New Yorker Staatsanwaltschaft, ob Arbeiter systematisch um ihren Lohn geprellt wurden, mehr als zwei Dutzend Beschäftigte seien befragt worden, berichtet die Post.

Gegenüber der Zeitung haben sechs frühere Trump-Mitarbeiter angegeben, sie seien systematisch übers Ohr gehauen worden, weil sie keine Papiere gehabt hätten und sich daher nur schwer wehren konnten. Im Unterschied zu legal Beschäftigten seien ihnen Beförderungen, Urlaubstage und Krankenversicherung verweigert worden. Ein früherer Manager des Clubs bestätigte der Zeitung die Praktiken. Insgesamt vier er Mitarbeiter berichten von unbezahlten Überstunden und 60-Stunden-Wochen. Geltende Arbeitsschutzgesetze dürften damit nicht eingehalten worden sein.

Die Trump Organisation hat die Vorwürfe gegenüber der "Washington Post" bestritten. "Die Geschichte ist totaler Nonsens und nichts mehr als eine haltlose Anschuldigung illegaler Migranten, die versucht haben, sich mit Hilfe von falschen Papieren einen Job zu verschaffen", sagte eine Sprecherin.

Wenn die Mitarbeiter ihren Arbeitgeber wirklich über ihre Identität getäuscht haben, so ließ sich die Trump-Organisation offenbar ziemlich lange täuschen. Einer derjenigen, die sich nun zu Wort melden, war 14 Jahre in dem Golf Club beschäftigt, ein anderer zehn Jahre. Anfang dieses Jahres hat die Trump-Organisation in großem Stil Arbeiter ohne gültige Papiere entlassen. Darunter sind laut "Washington Post" auch einige derjenigen gewesen, die nun mit der Staatsanwaltschaft plaudern. Insgesamt hat die Post nach eigenen Angaben seit Dezember mit 36 Einwanderern ohne Papiere gesprochen, die in vier Golf-Clubs der Trump-Organisation sowie einer Jagd-Lodge seiner Söhne beschäftigt gewesen waren.

Quellen: "Washingon Post" / "New York Times" 

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bak