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ARD-Markencheck: Alles nur Marketing: Pizza von Dr. Oetker fällt im Geschmackstest durch

Im Dr.-Oetker-Check der ARD verlor ausgerechnet die berühmte Tiefkühlpizza im Geschmackstest gegen die Konkurrenz. Auch sonst war mehr Schein als Sein.

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Dr. Oetker im Tiefkühlregal: Welche Pizza ist die beste?

Haben Sie auch schon vor dem Tiefkühlregal gestanden und sich gedacht: Wenn schon Tiefkühlpizza, dann wenigstens nicht die billigste? Dann lieber die von Dr. Oetker. Da guckt einen niemand mitleidig an. Damit kann man auch als Fertigkost-Verzehrer ein Stückchen Restwürde wahren. Denn Dr. Oetker steht für ordentliche Qualität und so ungesund kann das Zeug ja auch nicht sein, wenn da Doktor draufsteht.

Im Dr. Oetker-Check der ARD haben nun ausgerechnet die beliebten Pizzen mit dem Akademikertitel eine krachende Niederlage einstecken müssen. Offenbar haben sich Generationen von alleinlebenden Junggesellen vom Etikett täuschen lassen: In Wahrheit schmeckt TK-Pizza von Oetker nämlich richtig mies. Und zwar nicht im Vergleich zum schicken Italiener um die Ecke, sondern selbst im Duell mit anderen Tiefkühlpizzen.

Den Beweis führte der ARD-Markencheck bei einer Blindverkostung für 40 Testesser. Im ersten Gang wurde je ein Stück von Oetkers „Ofenfrische Speciale“ sowie von Wagners Backfrische und Aldis Pizzafrische serviert. Im zweiten Gang trat der VW Golf unter den TK-Pizzen, die Oetker Ristorante Salami, gegen Wagners Steinofen-Pizza und die Salami-Pizza von Aldi an.

Dr. Oetker: Qualität in Ordnung, Geschmack überschätzt

Der Geschmackstest endete für Oetker enttäuschend. In beiden Durchgängen siegte Wagner vor Aldi, der Oetker-Kandidat landete jeweils abgeschlagen auf dem letzten Platz. Von den abgegebenen 80 Stimmen erhielt Oetker nur 10.

Qualitativ sind die Oetker-Pizzen gut, wenn auch nicht besser als die beiden Konkurrenten. Der Labortest ergab: Aldi, Wagner und Oetker verwenden echten Käse statt Analogkäse, der verwendete Schinken hat jeweils Premium-Qualität. Den Preisaufschlag gegenüber billigeren Produkten rechtfertigt das für Oetker nicht.

Auch jenseits von Pizza ist bei Oetker oft mehr Schein als Sein. So bevorzugten bei einer Vanillepudding-Verkostung in der Fußgängerzone 70 Prozent den Oetker-Pudding gegenüber dem Aldi-Produkt. Tatsächlich war in beiden Schüsseln aber der gleiche Pudding von Aldi. Aber weil an einer Schüssel Oetker stand, bildeten sich die Tester ein, dass es dort auch besser schmeckte.

Dr. Oetker trickst bei Packungsgrößen

Aber auch Oetker selbst ist ein Meister der Täuschung. Bei manchen Produkten wie Müsli und Süßspeisen bietet die Marke viele verschiedene Sorten in ähnlicher Packungsgröße und zu gleichem Preis. Der Inhalt variiert allerdings von Packung zu Packung. So stecken mal 450 Gramm in der Müsli-Verpackung, mal 600, nebendran 500 und dann wieder nur 425 Gramm. Den Trick hat Oetker längst nicht exklusiv, dennoch werten die Markenchecker den Mogelfaktor als hoch.

Zum Thema Müsli gibt es auch eine erstaunliche Erkenntnis für alle, die denken, Oetker-Müslis seien besonders gesund. Die normalen Oetker-Müslis enthalten teilweise mehr als ein Viertel Zucker. Und die zuckerreduzierten? Kommen mit 30 Prozent weniger Zucker aus, haben dafür aber 300 Prozent mehr Fett - und somit deutlich mehr Kalorien.

Immerhin Backen kann jeder mit Dr. Oetker. Im Generationen-Backduell können zwei unerfahrene Söhne mit Backmischungen ihren Müttern, die nach eigenem Rezept backen, ordentlich paroli bieten. Möglich machen es die vielen Zusatzstoffe, die in den Oetker-Mischungen stecken. Die Chemie stimmt also doch bei Oetker.

Den Dr. Oetker-Check können Sie hier in der ARD-Mediathek in voller Länge ansehen

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