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ARD-Markencheck: Schlechter als Kik: Tchibos Helene-Fischer-Kollektion fällt durch

Tchibo-Produkte gelten als gut und günstig. Doch der Markencheck der ARD zeigt, dass der gute Ruf nicht immer begründet ist. Vor allem die Helene-Fischer-Kollektion kommt nicht gut weg. Und ein Spielzeug muss zurückgerufen werden.

Tchibo

Tchibo verspricht gute Qualität zu günstigen Preisen

In der Werbung gibt Helene Fischer gern die nette Tchibo-Verkäuferin. Ganz volksnah bringt sie im TV-Spot die Klamotten ihrer eigenen Kollektion an die Frau. Helene und Tchibo, ein Dreamteam. Schließlich gehören Produkte des Kaffeerösters zu den ganz wenigen Dingen, auf die die Deutschen noch mehr abfahren als auf "Atemlos" in Dauerschleife.

Längst haben knallgrüne Tchibo-Regenjacken, elektrische Tchibo-Heckenscheren oder superpraktische Tchibo-Jalousien-Reiniger einen breiten Siegeszug durch bundesdeutsche Haushalte angetreten. Ob Helene Fischer allerdings die Teile ihrer Kollektion freiwillig selbst trägt, darf nach Ansicht des ARD-Markenchecks bezweifelt werden. Denn die Sendung zeigt, dass Tchibo entgegen seines Images nicht immer gute Qualität zum günstigen Preis liefert.

Tchibo vs. Billigprodukt - kein klarer Sieger

Um den Slogan "Das gib es nur bei Tchibo" zu entzaubern, kauften die Markenchecker 13 Produkte - von Haushaltsartikeln über Werkzeug bis Kleidung. Diese müssen gegen 13 ähnliche Produkte von Anbietern wie H&M, Kik oder Tedi antreten. Der erste Unterschied zeigt sich schon beim Preis: Für die vermeintlichen Tchibo-Schnäppchen legen die Tester 293 Euro hin, die Konkurrenzprodukte kosten zusammen nur 175 Euro.

Trotz des bemerkenswerten Preisunterschiedes kann die Kaffeekette die Billigkonkurrenz oft nicht schlagen. Punkten kann Tchibo zwar bei Elektronik-Artikeln - so hält die Heckenschere länger durch als das Billiggerät aus dem Internet. Bei Textilien dagegen schwächelt Tchibo. Ein Oberteil hat schon beim Auspacken ein Loch, der BH hält die Brüste nicht und die Helene-Fischer-Shirts fallen im Waschtest durch: Sie färben mehr ab und waschen deutlich schneller aus als vergleichbare Teile von Kik. Dabei gilt Kik wirklich als das Billigste vom Billigsten.

Helene-Fischer-Shirts aus China

Wo kommen die Helene-Fischer-Klamotten eigentlich her? Aus China natürlich. Die ARD fährt undercover nach Shanghai, wo die Helene-Kollektion produziert wird. Auf den ersten Blick macht die Fabrik einen guten Eindruck, da hat man schon deutlich Schlimmeres gesehen. Einige Arbeiter arbeiten jedoch ohne Mundschutz, andere tragen keine Schutzhandschuhe und riskieren damit, ihre Finger in den Maschinen zu verlieren. In einer anderen Fabrik arbeitet ein Mitarbeiter ohne Schutzbrille an einer Drehmaschine, an der Metallspäne fliegen. Freiwillig, wie es heißt. Ein Fabrikleiter erzählt allerdings, dass der Kostendruck, den Tchibo macht, groß ist - das geht zulasten der Arbeitssicherheit.

Ein Tchibo-Produkt aus China ist überhaupt nicht in Ordnung. Eine aufblasbare, fernsteuerbare Minion-Spielfigur ist stark mit Naphthalin belastet. Der Stoff kann Haut und Atemwege reizen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Im Labor messen die Tester das 40-fache des zulässigen Grenzwerts. Tchibo hat das Spielzeug mittlerweile zurückgerufen.

Ach ja, den Kaffee von Tchibo hat der Markencheck auch probiert. Immerhin der war in Ordnung.

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