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Drohende Griechenland-Pleite: Dax legt wieder Rückwärtsgang ein

Nach neuesten Meldungen über eine drohende Griechenland-Pleite ist der Aktienmarkt ins Stocken geraten. Der Dax fiel um 0,49 Prozent.

Der DAX ging Ende Mai noch mit 11 413,82 Punkten aus dem Handel.

Der DAX ging Ende Mai noch mit 11 413,82 Punkten aus dem Handel.

Der Dax hat wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Nachdem die jüngste Erholung bereits gestern ins Stocken geraten war, fiel der deutsche Leitindex im frühen Handel nun um 0,49 Prozent auf 11 277,60 Punkte. Börsianern zufolge haben sich die Sorgen um Griechenland wieder verstärkt. Auf Wochensicht ist das bisherige Plus damit auf knapp 1 Prozent zusammengeschmolzen.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 0,49 Prozent auf 20 144,53 Punkte nach unten. Der TecDax der Technologiewerte fiel um 0,34 Prozent auf 1673,05 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 0,34 Prozent ein. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung bereitet sich Berlin auf eine Staatspleite Athens vor. Unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen berichtete die Zeitung, es gebe konkrete Beratungen, was im Falle einer Pleite zu tun sei. Danach sei unter anderem im Gespräch, Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland einzuführen.

Der Bericht überrasche keinesfalls, animiere aber auch nicht zu Aktienkäufen, sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets. Denn bevor es am Wochenende eventuell weitere Hiobsbotschaften zu diesem Thema geben könnten, blieben die Anleger lieber in Deckung. Am Vortag bereits hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Druck auf Griechenland verstärkt. Unmittelbar danach ging es beim deutschen Leitindex um rund 100 Punkte abwärts. Am Ende rettete das Börsenbarometer noch ein Plus von 0,60 Prozent.

Nachdem hierzulande zuletzt vor allem Nebenwerte kräftige Ausschläge verbucht hatten, richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger nun wieder verstärkt auf Aktien aus der ersten Börsenliga. So legten die Papiere der Deutschen Telekom als einer der wenigen Gewinner im Dax um 0,29 Prozent zu. Der US-Satellitenfernsehanbieter Dish feilt laut einem Pressebericht weiter an einem möglichen Gebot für die Telekom-Tochter T-Mobile US. Derzeit liefen Gespräche mit Banken über die Finanzierung eines Baranteils, der sich bis auf 15 Milliarden Dollar (13 Mrd Euro) belaufen könnte, berichtete das "Wall Street Journal".

Ansonsten gerieten europaweit und auch in Deutschland unter anderem Aktien von Automobilherstellern unter Druck. Dabei fiel das Minus von 0,69 Prozent bei BMW etwas höher aus als der Verlust von 0,35 Prozent bei den Anteilsscheinen des Wettbewerbers Daimler. Denn die Münchner bleiben beim Absatzwachstum in diesem Jahr weiter deutlich hinter dem Erzrivalen Mercedes-Benz zurück.

she / DPA
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