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EADS: Airbus drohen offenbar harte Einschnitte

Einem Medienbericht zufolge plant EADS-Co-Chef Tom Enders gravierende Einschnitte beim Flugzeugbauer Airbus. Offenbar stehen bis zu 10.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, auch die Zukunft verschiedener Standorte sei gefährdet.

EADS-Co-Chef Tom Enders hat nach einem Bericht der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (NWZ) harte Einschnitte beim Flugzeugbauer Airbus angekündigt. Airbus werde langfristig nur solche Werke behalten, die an der Endfertigung beteiligt seien oder in denen Teilkomponenten wie Rumpf, Leitwerk oder Flügel hergestellt würden, sagte Enders laut NWZ bei einem Parlamentarischen Abend in der Niedersächsischen Landesvertretung am Dienstagabend in Berlin. Personelle Überkapazitäten müssten abgebaut werden. Enders sprach laut "Nordwest-Zeitung" von mindestens 10.000 Beschäftigten im gesamten Airbus-Konzern, wobei noch über das Verhältnis zwischen Festangestellten und Zeitarbeitern beraten werden müsse.

Das Unternehmen dementierte die Äußerungen, obwohl die Zeitung für die Enders-Aussagen mehrere Bundestagsabgeordnete namentlich als Gewährsleute nannte. Der Vorsitzende der niedersächsischen SPD- Landesgruppe im Bundestag, Holger Ortel, bestätigte den Bericht.

Niemand in Deutschland werde glücklich darüber sein, was beschlossen werde, wurde der EADS-Co-Chef weiter zitiert. Aber er erwarte, dass in allen Airbus-Ländern alle gleich unglücklich sein werden. Offiziell soll das Programm "Power 8" Ende Februar veröffentlicht werden.

Hauptziel Kostenreduzierung

Es werde harte Einschnitte geben, da "Power 8" neben der Kostenreduzierung das Hauptziel habe, Airbus für die Zukunft wettbewerbsfähig zu halten, zitierte die Zeitung den EADS-Co-Chef. Befürchtungen, die deutschen Standorte würden benachteiligt, versuchte Enders vor rund 300 Gästen, darunter Abgeordnete und Vertreter der Luftfahrtbranche, zu entkräften. "Ich stehe für ein faires und ausbalanciertes Konzept; zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keine Entscheidungen."

"Reine Spekulation"

Der Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS hat den Bericht zurückgewiesen. EADS-Co-Chef Tom Enders habe bei einer Veranstaltung am Vorabend kursierende Angaben über möglicherweise rund 10.000 von einem Jobabbau betroffene Airbus-Beschäftigte als "reine Spekulation" bezeichnet, sagte ein EADS-Sprecher am Mittwoch. Auch Mutmaßungen über einen angeblichen Verkauf von Werken seien reine Spekulation. "Es gibt keinerlei Entscheidungen."

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will eine Benachteiligung der deutschen Airbus-Standorte bei der bevorstehenden Sanierung des europäischen Flugzeugbauers verhindern. Er werde alles dafür tun, dass die Einschnitte "nicht einseitig zu Lasten der deutschen Standorte gehen", sagte Glos am Mittwoch in Berlin. Es müsse eine "gerechte Lastenverteilung" zwischen den deutschen und französischen Standorten geben. Eine offene Einmischung der Bundesregierung schloss der Minister aus. Die unternehmerischen Entscheidungen lägen alleine in den Händen von Airbus und der Konzernmutter EADS.

Demonstationen am Freitag

Am Freitag wollen rund 10.000 Airbus-Beschäftigte an vier der sieben deutschen Airbus-Standorte gegen die Sparpläne demonstrieren. An den geplanten Kundgebungen wollen sich auch die Spitzenpolitiker der betroffenen Bundesländer sowie das Airbus-Management beteiligen. Zu Massenentlassungen bei Airbus könnten auch Verkäufe von Werken nicht führen, da sie von anderen Betreibern übernommen würden. Die rund 22.000 Airbus-Beschäftigten arbeiten seit Oktober nach dem Beschäftigungspakt "SiduFlex" (Sicherheit durch Flexibilität). Er besteht im Kern aus einem System von Arbeitszeitkonten. Das Konzept wurde bei Airbus Deutschland im Jahr 2003 eingeführt, um auf Nachfrageschwankungen in der Luftfahrtindustrie reagieren zu können.