EADS Millionen-Investitionen für Airbus-Werke


Der Airbus-Mutterkonzern EADS bringt seine drei deutschen Werke Augsburg, Nordenham und Varel mit Millioneninvestitionen auf Vordermann. Ein Verkauf der Werke war im Frühjahr gescheitert. Allein in Augsburg soll jetzt eine neue Produktionsanlage für 180 Millionen Euro entstehen.

Nach dem gescheiterten Verkauf seiner drei Werke in Augsburg, Nordenham und Varel bringt der Airbus-Konzern EADS die Standorte zunächst selbst auf Vordermann. In Augsburg und Nordenham würden zusammen rund 360 Millionen Euro investiert, um die dortigen Anlagen für die Produktion des neuen Langstreckenfliegers A350 fit zu machen, sagte ein Sprecher des Konzerns am Dienstag auf Anfrage.

"Wir können nicht die Hände in den Schoß legen und warten, was passiert." Ob auch in Varel nachgerüstet wird, sei derzeit offen. "Man wird das machen, was nötig ist." EADS wolle sich aber nach wie vor von dem neuen Tochterunternehmen Premium Aerotec, in dem die drei Standorte gebündelt sind, trennen. "An dem Ziel, das Unternehmen zu verkaufen, hat sich nichts geändert." Einen Zeitrahmen hierfür nannte der Sprecher nicht.

Ursprünglich wollte sich EADS im Zuge seines Sanierungsprogramms "Power8" von den Standorten trennen, um die Entwicklungsrisiken beim A350 zu minimieren. Der geplante Verkauf der Werke scheiterte aber Ende März nach langem Tauziehen mit möglichen Interessenten wie dem Bremer Raumfahrtunternehmen OHB Technology unter anderem wegen der Dollar-Schwäche und der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten. Deshalb entschloss sich EADS, die drei Werke in Varel, Nordenham und Augsburg in der Premium Aerotec zu bündeln, um zu einem späteren Zeitpunkt einen Käufer zu finden. Der A350 soll von 2013 an ausgeliefert werden.

In Augsburg sollen nun 180 Millionen Euro in eine neue Produktionsanlage fließen. Es werde die modernste Fertigung von leichten Kohlefaserverbundstoffen für den Flugzeugbau, berichtete der Augsburger EADS-Werkleiter Hans Lonsinger am Dienstag. Auch in Nordenham würden rund 180 Millionen Euro investiert. In den beiden Werken sollen laut Lonsinger die vorderen und hinteren Rumpfelemente für den Airbus gefertigt werden, in Varel die Einzelteilfertigung. Zugleich soll in Augsburg die neue Zentrale der Premium Aerotec GmbH für die Zulieferung zum Airbus A350-Programm als 100-prozentige EADS- Tochter entstehen.

Die neue Premium Aerotec mit rund 6000 Mitarbeitern soll auf einen Jahresumsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro kommen. Die Leitung des Unternehmens übernimmt Lonsinger. Seinen Angaben zufolge steht für die neue Produktionsanlage bereits ein Grundstück mit einer Größe von etwa 63.000 Quadratmetern im Stadtbereich Augsburg zur Verfügung. Hauptziel der Investitionen in Augsburg und Nordenham sei ein Strukturwandel im Flugzeugbau vom bisherigen Werkstoff Aluminium zur Kohlefaserverbundwerkstoff-Technik (CFK). Erste CFK-Bauteile aus Augsburg sollen Ende 2009 ausgeliefert werden.

Am Augsburger EADS-Standort sind nach Lonsingers Angaben rund 2300 Mitarbeiter beschäftigt. Die Gründung des neuen Werkes werde den Standort Augsburg und die Arbeitsplätze sichern. Je nach Auftragslage könnten neue Stellen entstehen. "Wir suchen im Moment rund 100 Ingenieure", sagte Lonsinger. Ein Vorteil für die EADS-Entscheidung für den Standort Augsburg sei die eigene Entwicklung von Kohlefaserverbundwerkstoffen in Augsburg. Bislang müsse dieser Werkstoff noch aus den USA und Japan eingeführt werden.

DPA DPA

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