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Boykott-Aktion: Supermarkt-Streit eskaliert: Edeka schmeißt noch mehr Nestlé-Produkte raus

Der Streit zwischen Nestlé und Edeka geht in die nächste Runde. Die Supermarktkette will den Druck erhöhen und listet noch mehr Produkte aus.

Nestlé-Boykott bei Edeka weitet sich aus
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Der Streit zwischen Edeka und Nestlé eskaliert weiter: Deutschlands größter Lebensmittelhändler weitet den Boykott gegen Nestlé aus. Bislang bestellte die Supermarktkette 163 Produkte nicht nach. Waren, die rund 20 Prozent des Edeka-Umsatzes mit Nestlé-Produkten ausgemacht haben, waren betroffen. Jetzt will Edeka diesen Anteil auf 30 Prozent der Erlöse erhöhen.
Hintergrund des Streits zwischen den Firmen ist ein erbittert ausgetragener Preiskampf.

Edeka hatte gemeinsam mit den fünf Partnern des europäischen Händlerbündnisses Agecore Ende Februar einen Boykott von Nestlé-Produkten gestartet. Damit wollten die Händler bessere Einkaufskonditionen von Nestlé erzwingen. Doch der Lebensmittelkonzern weigert sich bislang, mit den Preisen runter zu gehen - trotz des Boykotts. Im Gegenzug würden die Händler besser abgestimmte Aktionen in ganz Europa anbieten, so die "Lebensmittelzeitung". Neben den Preisen geht es auch um Werbeaktionen von Edeka, an denen Nestlé-Manager beteiligt werden oder um Aufpreise, die gezahlt werden, um einen besseren Platz im Supermarktregal zu ergattern. 

Edeka räumt Nestlé aus den Regalen

Edeka informiert Kunden mit Info-Zetteln an den Regalen, dass viele Produkte aus dem Hause Nestlé nicht mehr verfügbar sind. Darüber hinaus wurden viele Nestlé-Produkte zu Billig-Preisen in den vergangenen Wochen verramscht, um dem eh schon angeschlagenen Image von Nestlé weiter zu schaden. Der Schweizer Konzern steht seit Jahren in der Kritik. 

Betroffen sind unter anderem die Tiefkühlpizza von Wagner, aber auch Produkte von Bübchen, Nescafé, sowie Schokoriegel von Kitkat und Getränke der Marken Vittel und San Pellegrino, so die "Lebensmittelzeitung". Auch Mayonnaise, Ketchup und Salat- und Grillsaucen von Thomy sind bei Edeka derzeit schwer zu bekommen. Ebenfalls betroffen sind Suppen und Saucenpulver von Maggi. Nestlé ließ den stern schon zum Start der Boykott-Aktion wissen, dass sich das Unternehmen nicht zu den Geschäftspraktiken von Edeka äußern wolle. Doch bislang sieht es nicht so aus, als ob der Konzern durch die Boykotte einknickt. Die Eskalationsspirale könnte sich also noch weiter drehen.

kg