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Fans stinksauer: Quadratisch, magisch, ausverkauft: So wurde Ritters Einhorn-Schoki zum PR-Fiasko

Die Einhorn-Schokolade von Ritter Sport hätte eigentlich zum Viral-Hit werden müssen. Doch in den Läden bekommt man die Schokolade gar nicht, der Webshop bricht regelmäßig zusammen. Über eine clevere Marketingidee - und wie Ritter Sport sie verbockte.

Einhorn-Schokolade von Ritter Sport: Wie immer ausverkauft

Einhorn-Schokolade von Ritter Sport: Im Webshop ausverkauft

Eigentlich hatte Ritter Sport alles richtig gemacht. Mit der rosa-weißen Schokolade und der quietsche-fröhlichen Regenbogen-Glitzer-Einhorn-Verpackung landete der Schoko-Hersteller einen viralen Hit. Schon die Ankündigung für die süße Tafel löste Begeisterungsstürme aus. Und das nicht nur bei zehnjährigen Mädchen. Das Einhorn ist das flauschige Haustier der Millenials. Optisch war die Idee ein Volltreffer. Doch Ritter Sport dachte mit, formte den eigenen Werbeslogan um und kreierte den Hashtag #glittersport. Social-media-mäßig war man voll gerüstet. Mega-Internet-Hype? Check! Da konnte gar nichts mehr schief gehen. 

Ritter Sport und wackelige Webshop

Bis der Server vom Webshop zum Verkaufsstart am 01. November abschmierte. Der Kundenandrang war zu viel, nichts ging mehr. Bis hierhin könnte man fast noch von einer cleveren, aber auch perfiden Strategie sprechen. Maximale Verknappung lässt die Leute nur noch mehr durchdrehen, denn die Schokolade war ausschließlich im Webshop zu kaufen. Also legte Ritter nach. Am 14. November sollte eine frische Ladung Einhorn-Schoki im Shop bestellbar sein. Immerhin 150.000 Stück.

"Hierfür haben wir auch unsere Server-Kapazitäten verbessert und hoffen, dass der Webshop diesmal stabil bleibt", ließ das Unternehmen die Schoko-Junkies wissen. Und zelebrierte den Start der zweiten Verkaufsrunde. "Der Einhorn-Countdown läuft! In fünf Stunden – ab 15 Uhr – habt ihr wieder die Chance auf das schokoladige Glück in unserem Webshop! Achtung: Der Verkauf findet vorerst nur online statt. Bitte habt Verständnis, dass es aufgrund der enormen Nachfrage zu Engpässen in unserem Webshop kommen kann", so das Unternehmen am Montag via Twitter.

Doch auch diesmal hielt der Shop nicht durch und brach immer wieder zusammen. Am Ende waren die Schokotafeln schnell ausverkauft - nach 20 Minuten war der Shop leergekauft. 

Wucher-Preise bei Ebay für Einhorn-Schoki

Längst hat sich Ebay als Bezugsquelle der pinken Schoki etabliert. Dort verhökern die wenigen Glücklichen, die eine Tafel ergattern konnten, sie zu unverfrorenen Preisen. 50 Euro und mehr werden pro Tafel verlangt. Aber das wird ja wohl kaum einer ausgeben, oder? Tatsächlich haben bislang fast 4000 Schokotafeln bei Ebay den Besitzer gewechselt. Die Preise pendeln zwischen 10 bis 30 Euro. 

Das kurbelte den Hype vor dem zweiten Verkaufsstart bei Ritter Sport zwar weiter an - doch inzwischen sind die Einhorn-Fans stinksauer und genervt. Sie löcherten das Unternehmen in den sozialen Netzwerken mit Fragen: Warum wurde nur so wenig Schokolade angeboten? Wann gibt es eine neue Lieferung? Und: Wieso konnten einige Kunden in Großbestellungen Tafeln ordern - während andere leer ausgingen? Auf Twitter und Facebook machen sich die enttäuschten Einhorn-Fans Luft. 

 

 

Statt einiger glücklicher Kunden hat Ritter Sport nun Millionen unzufriedender Nicht-Kunden, die gerne welche wären. Und das wird sich auch nicht allzu schnell ändern, denn im Ritter Sport-Shop kann zwar seit Mittwoch wieder Einhorn-Schokolade bestellt werden. Die Lieferzeit beträgt allerdings bis zu sechs Wochen

kg
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