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120-Stunden-Wochen: Erschöpft und ausgebrannt - Elon Musks Gesundheitsbeichte lässt Tesla-Aktie abstürzen

Tesla-Chef Elon Musk gilt als einer der größten Visionäre unserer Zeit - stößt aber offensichtlich an seine körperlichen Grenzen. Ein bemerkenswertes Interview mit der "New York Times" ließ nun den Aktienkurs seiner Firma abstürzen.

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Freimütige Äußerungen von Tesla-Chef über seine Erschöpfung haben die Aktie des US-Elektroautobauers am Freitag abstürzen lassen. Die Tesla-Papiere verlor bis zum Börsenschluss 8,9 Prozent an Wert (Schlusskurs 305,50 Dollar), nachdem Musk in einem Interview mit der "New York Times" zuvor über die Anstrengung bei seinen Bemühungen Auskunft gegeben hatte, die Produktion bei Tesla auf Kurs zu bringen.

In dem Interview berichtete Musk über den persönlichen Tribut, den er in diesem Jahr gezahlt habe. "Es gab Zeiten, da habe ich die Fabrik drei oder vier Tage nicht verlassen - Tage an denen ich nicht vor der Tür war", sagte er. "Das vergangene Jahr war das schwierigste und schmerzhafteste meiner Karriere." Dies sei "kaum auszuhalten" gewesen.

Elon Musk über Medikamente und 120-Stunden-Wochen

Um schlafen zu können, habe er sich Medikamente verschreiben lassen müssen. Zudem habe er jede einzelne Stunde seines 47. Geburtstages bei der Arbeit verbracht und beinahe die Hochzeit seines Bruders verpasst. "Es kamen Freunde vorbei, die sich wirklich Sorgen gemacht haben", sagte der Tesla-Chef der Zeitung. Seit 2001, als er mit Malaria eine Zeit lang bettlägerig war, habe er nicht mehr als eine Woche frei genommen. Er arbeite 120 Stunden die Woche. "Das ging wirklich auf Kosten meiner Kinder."

Seinen aufsehenerregenden Tweet über den möglichen Börsenrückzug des Autobauers verteidigte Musk indes. Diesen bereue er nicht. Musk hatte Anfang vergangener Woche mit einer Reihe von Tweets für Wirbel und Verwirrung gesorgt, in denen er Pläne eines Börsenrückzugs erwähnte. Dabei schrieb er auch, dass die Finanzierung gesichert sei und er Chef des Unternehmens bleiben wolle. Erst später gab es eine offizielle Firmenmitteilung. Der Handel mit den Tesla-Aktien wurde vorübergehend ausgesetzt - mittlerweile beschäftigt sich Medienberichten zufolge die US-Börsenaufsicht mit dem Fall.

Auch den Vorstand des Unternehmens überraschte der Firmenchef mit seiner Ankündigung. Gegenüber der " " gestand er nun ein, dass niemand seinen Tweet mit der Ankündigung zum möglichen Börsenrückzug gelesen habe, bevor er online ging. Dennoch bereue er ihn nicht. "Wieso sollte ich?", sagte er. Seinen Worten zufolge waren die Äußerungen auf Twitter ein Versuch, transparenter zu kommunizieren. 

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Verzögerung beim Model 3

Der in Südafrika geborene Musk, der neben Tesla auch noch mit seiner Firma SpaceX Touristen ins All bringen will und weitere ambitionierte Projekte verfolgt, gilt als einer der innovativsten Unternehmer in den USA. Zugleich steht er unter wachsendem Druck von Investoren, da es zuletzt immer wieder Verzögerung bei der Produktion von Teslas Model 3 gab, mit dem der Elektroautobauer den Durchbruch auch auf dem Massenmarkt schaffen will. Das Modell soll umgerechnet 30.000 Euro kosten. Tesla war 2010 an die Börse gegangen, Musk hält selbst knapp 20 Prozent der Anteile.

Vorbild für eine Entlastung des Tesla-CEOs könnten die Internetgiganten Google und Facebook sein. Die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin holten sich 2001 den erfahrenen Topmanager Eric Schmidt ins Haus, um das enorme Wachstum von Google zu managen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg holte sich 2007 Sheryl Sandberg als rechte Hand ins Haus, die zuvor bei Google den globalen Online-Verkauf geleitet hatte. Musk sagte nun, der Tesla-Vorstand habe versucht, Sandberg vor zwei Jahren bei Facebook abzuwerben. Doch daraus wurde dann nichts. 

bak / AFP / DPA
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