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ENERGIE: Varta verkauft Gerätebatteriesparte

Der US-Konzern Rayovac übernimmt die Tochterfirmen außerhalb Deutschlands zu 100 Prozent. Das deutsche Geschäft wird in die neue Varta Gerätebatterien GmbH eingebracht.

Der Batteriehersteller Varta verkauft die Mehrheit seines Gerätebatteriebereichs an den US-Konzern Rayovac. Dieser übernimmt die Tochterfirmen außerhalb Deutschlands zu 100 Prozent. Das deutsche Geschäft wird in die neue Varta Gerätebatterien GmbH eingebracht. An diesem Gemeinschaftsunternehmen hält die US-Firma mit 51 Prozent die Mehrheit. Nach Abschluss der Transaktion mit einem Volumen von 262 Millionen Euro am 1. Oktober wird Rayovac nach eigenen Angaben Marktführer bei Gerätebatterien in Deutschland und einer der größten Hersteller weltweit sein.

Zustimmung steht noch aus

Dem Geschäft müssen noch Kartellbehörden, Aktionäre und Aufsichtsrat zustimmen. Auswirkungen auf die rund 1.600 Varta-Beschäftigten im Bereich Gerätebatterien, davon 600 im Werk Dischingen sowie rund 1.000 in der Verwaltung in Ellwangen (beides Baden-Württemberg), soll es nach Angaben eines Rayovac-Sprechers nicht geben. »Es läuft alles so weiter wie bisher.«

Familie Quandt gab Mehrheit ab

Die Varta AG mit Sitz in Hannover gehört seit Ende 2000 zu 92 Prozent einem Konsortium, an dem federführend die Deutsche Bank-Tochter DB Investor sowie die Familien Sven Quandt und Sonja Quandt-Wolf beteiligt sind. Der Konzern erzielte 2001 mit 7.600 Beschäftigten einen Umsatz von 1,16 Milliarden Euro, davon 398 Millionen Euro mit Gerätebatterien (unter anderem für Handys), und einen Gewinn von acht Millionen Euro.

Konsortium sucht Partner für Wachstum

Das traditionsreiche Unternehmen war in den vergangenen Jahren wegen erheblicher Aufwendungen für Forschung und Vertrieb an den Rand seiner finanziellen Möglichkeiten für weiteres Wachstum geraten. Nach dem Verkauf der Mehrheit durch die Familie Quandt wurden strategische Partner zum Ausbau des weltweiten Geschäfts bei Gerätebatterien gesucht. Erste Kontakte gab es angeblich bereits in den 90er Jahren. »Die Transaktion ist die logische Konsequenz auf die Konzentrationsbestrebungen unserer Kunden und Zulieferer«, sagte der Varta-Vorstandsvorsitzende Georg Prilhofer.

Beide profitieren

Rayovac-Chef Dave Jones nannte das Geschäft »einen Meilenstein« in der Geschichte seines Unternehmens. Dadurch erhalte Rayovac über ein »hervorragendes Verkaufsnetz Zugang zu den wichtigsten Märkten in Europa und Lateinamerika«. Der Konzern ist US-Marktführer bei aufladbaren Batterien sowie Weltmarktführer bei Batterien für Hörgeräte. Das Unternehmen mit Sitz in Madison im US-Staat Wisconsin hatte 2001 einen Umsatz von 616 Millionen Dollar (623,7 Mio Euro).

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