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Neuer Vorwurf gegen ADAC: Pannenhelfer verdienen am Batterietausch

Neuer Vorwurf gegen den ADAC: Laut Medienberichten zahlt der Pannenservice seinen "Gelben Engeln" eine Prämie, wenn sie bei ihren Einsätzen Autobatterien einer bestimmten Marke verkaufen.

Erst die Manipulation bei der Wahl des deutschen Lieblingsautos. Dann Hubschrauberflüge für den Präsidenten und Verwandte von Managern. Und die Reihe der Skandale beim ADAC ist noch nicht beendet: Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" und des NDR-Magazins "Panorama" drängt der Autoclub seine Pannenhelfer, eigens für den ADAC von der Firma Varta gefertigte Auto-Batterien zu verkaufen. Dafür gebe es eine Prämie.

Ein ehemaliger Straßenwachtfahrer, der zehn Jahre als "Gelber Engel" fuhr, behauptet den Angaben zufolge: "Autofahrern werden Batterien aufgeschwatzt, die sie nicht brauchen, oder die sie bei einem regulären Einkauf weit günstiger bekommen könnten." Der ADAC wies diesen Vorwurf am Freitag zurück. "Der ADAC erzielt keinen Gewinn mit dem Austausch der Batterien im Rahmen der Pannenhilfe", betonte ADAC-Sprecher Christian Garrels.

Prämie im einstelligen Prozentbereich

Vor dem Tausch einer Batterie werde diese mit einem Batterietester geprüft, betonte der Autoclub. Mit Stichproben werde bei ausgetauschten Batterien getestet, ob sie tatsächlich defekt sind. Damit werde die Qualität des Batterieaustausches gesichert. Der ADAC bestätigte unterdessen, dass er den Mitarbeitern seiner Straßenwacht eine Leistungsprämie "im mittleren einstelligen Prozentbereich" vom Gesamtgehalt zahle - dabei werde auch der Austausch von defekten oder leeren Batterien berücksichtigt. Es gebe jedoch keine Prämie pro Batterie und keine zusätzliche Leistungsprämie bei der Überschreitung einer bestimmten Anzahl ausgetauschter Batterien, betonte Sprecher Garrels. "Die Leistungsprämie dient als zusätzliche Motivation, die Pannenhilfeleistung in bestmöglicher Qualität zu erbringen."

Dem ADAC entstünden bei jeder Pannenhilfe erhebliche Kosten etwa mit Einkauf, Lagerung und Einbau, betonte Garrels. Die Einnahmen über den Austausch der Batterien leisteten einen Beitrag zur Dämpfung der eigenen Kosten. "Das Angebot einer Autobatterie erspart dem Mitglied zusätzlichen Zeitaufwand für die Besorgung und zusätzlichen Aufwand für den Einbau einer neuen Batterie."

Den Recherchen der beiden Medien zufolge berichteten Pannenhelfer, die nicht namentlich genannt werden wollten, von Druck im ADAC, möglichst viele Batterien zu verkaufen. Laut Pannenstatistik gab es demnach im Jahr 2012 insgesamt 685.751 Fälle, in denen Autos wegen Batterie-Problemen liegenblieben. In 165.000 Fällen, also bei fast jedem vierten Autofahrer, habe der ADAC nach eigenen Angaben neue Batterien verkauft. Die dabei erzielten Umsätze und Gewinne nenne der Autoclub jedoch nicht.

Weitere Manipulationen beim Autopreis

Der ADAC geht unterdessen möglichen weiteren Manipulationen bei seinem Autopreis "Gelber Engel" nach. Sein Präsident Peter Meyer schließt eine gefälschte Platzierung der einzelnen Fahrzeuge bei der Wahl des VW Golf zum Lieblingsauto der Deutschen nicht aus. Man könne derzeit nicht mit Gewissheit sagen, ob auch daran gedreht worden sei, sagte Meyer in einem Interview der neuen ADAC-Mitgliederzeitschrift "Motorwelt".

Bisher hatte es geheißen, der inzwischen abgetretene ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter habe lediglich die Stimmenzahl nach oben frisiert, die Reihenfolge der Fahrzeuge aber sei nicht betroffen. "Wir haben das Eingeständnis, dass die Zahl der absoluten Stimmen, nicht aber die Reihenfolge der Preisträger verändert wurde", sagte Meyer. "Ob das der Wahrheit entspricht, soll die Untersuchung ans Licht bringen, mit der wir externe Prüfer federführend beauftragt haben."

Die Experten des Wirtschaftsprüfers Deloitte gingen derzeit auch allen übrigen Kategorien des Autopreises "Gelber Engel" auf den Grund, betonte der ADAC-Präsident. "Unsere Mitglieder und die gesamte Öffentlichkeit haben das Recht auf umfassende Aufklärung und einen kompromisslosen Reformprozess."

"Wir nehmen sämtliche Vorwürfe sehr ernst und werden nicht ruhen, bis alles aufgeklärt ist - mit dem Ziel, die Glaubwürdigkeit des ADAC wiederherzustellen", versprach Meyer in dem Interview der clubeigenen Zeitschrift. Er bekräftigte den Reformwillen des Autoclubs. So dürften auch Führungskräfte künftig keine Reservemaschinen der ADAC-Rettungshubschrauber mehr dienstlich nutzen: "Zukünftig fliegen Hubschrauber ausnahmslos Rettungseinsätze."

swd/DPA / DPA

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