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Hubschrauber-Affäre des ADAC: Abgehoben!

Kein Vorstand oder Politiker könnte es sich erlauben, mit Rettungshubschraubern von Termin zu Termin zu fliegen. Anders die ADAC-Führung, die ihre Mitglieder mit Arroganz und Maßlosigkeit brüskiert.

Ein Kommentar von Jan Boris Wintzenburg

Das Präsidium des ADAC nutzt seit geraumer Zeit Rettungshubschrauber der Tochterfirma ADAC Luftrettung gGmbH für Dienstreisen. Das ergaben Recherchen des stern. Der Automobilclub bestätigte die Praxis und gab an, in den vergangenen zehn Jahren sei das "weniger als 30 Mal" vorgekommen. Das Präsidium sei dazu berechtigt, heißt es lapidar aus München, wenn die Termine so knapp liegen, dass es mit anderen Verkehrsmitteln nicht klappt. Das soll nach Normalität klingen.

Aber das ist nicht normal: In einem konkreten Fall reiste ADAC-Präsident Peter Meyer von einer Verkehrssicherheits-Veranstaltung in Hamburg zu Kfz-Sachverständigen nach Wolfsburg. Termine, die die Welt nicht bewegen. Kein Vorstand eines deutschen Unternehmens kann sich erlauben, für eine solche Reise den Hubschrauber zu nehmen, jeder Minister bekäme Ärger. Bloß der ADAC-Präsident soll so wichtig sein, dass er dazu einen Hubschrauber nimmt? Und den dann auch noch direkt am Veranstaltungsort landen lässt? Eine Millionen teure Maschine, angeschafft um Menschenleben zu retten, bezahlt von teils öffentlichen Mitteln?

Das zeigt das völlig überdrehte Selbstverständnis einer Führungsriege alter Männer. Sie nimmt für sich in Anspruch, 19 Millionen Mitglieder zu vertreten und stößt diese doch mit ihrem maßlosen Verhalten und ihren arroganten Aussagen immer wieder vor den Kopf. Die Basis des ADAC muss sich fragen, wie lange sie diese Führung noch ertragen will. Ein Präsident, der lieber abhebt, als am Boden (im Auto) zu reisen, der ist zu abgehoben für Deutschlands bedeutendsten Verein.

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