Der diesjährige Winter stellt die Heizsysteme deutscher Häuser und Wohnungen auf eine harte Probe. Damit es in den eigenen vier Wänden trotz eisiger Außentemperaturen wohlig warm wird, sollten Sie regelmäßig Ihre Heizung richtig entlüften. Der Grund: Durch das Nachfüllen von Wasser sowie durch geringfügige Undichtigkeiten im Heizsystem bilden sich über kurz oder lang Luftblasen in Rohren und Heizkörpern. Die verhindern nicht nur eine effiziente Erwärmung der betroffenen Bereiche, sie verursachen auch störende Geräusche.
Wenn es plätschert, klopft und gluckert
Wenn die Heizung etwa plätschert wie ein aufgedrehter Wasserhahn oder Sie ein lautes Klopfen, Pfeifen oder Gluckern des nachts wachhält, sind das handfeste Hinweise auf Luft im Heizkreislauf. Um die herauszubekommen, müssen Sie nicht zwingend einen Klempner bemühen. Mit einem Minimum an handwerklichem Geschick, ein paar einfachen Hilfsmitteln und der richtigen Anleitung zum Heizung entlüften schaffen Sie das Problem mit relativ wenig Aufwand selbst aus der Welt.
Heizung richtig entlüften: Benötigtes Werkzeug
Zunächst benötigen Sie zum Entlüften der Heizkörper das richtige Werkzeug. Zur Basisausstattung gehört ein einfacher Entlüftungsschlüssel, mit dem Sie das Entlüftungsventil auf- und wieder zudrehen können. Diese Ventile sind bei allen gängigen Heizkörpern identisch, sodass Sie beim Kauf kaum etwas falsch machen können. Tipp: Da die Entlüftungsschlüssel sehr klein sind und gerne mal verloren gehen, lohnt es sich, gleich ein Set mit mehreren Exemplaren anzuschaffen. Die sind bereits für wenige Euro erhältlich.
Ist Ihnen das Hantieren mit den winzigen, geflügelten Entlüftungsschlüsseln eine Nummer zu fummelig, sind gegen einen geringen Aufpreis auch handlichere und solidere Modelle zu haben. Gerade für sehr schwergängige Ventile bietet sich ein Modell mit langem Griff für maximale Hebelwirkung an. Ein solches Exemplar, das im Aufbau einem klassischen Schraubenschlüssel ähnelt, kostet im Netz keine zehn Euro und ist aus langlebigem Edelstahl gefertigt.
Unbedingt einen Auffangbehälter verwenden
Bevor Sie zur Tat schreiten, sollten Sie sich mit einem kleinen Eimer oder einem handlichen Becher sowie einem alten Lappen ausrüsten. Beim Aufdrehen der Ventile tritt fast immer ein wenig Wasser aus, oft mit ordentlich Druck dahinter. Damit dieses nicht auf dem Boden und an den Wänden landet, sollten Sie ein entsprechendes Behältnis unter den Auslass halten. Wer es besonders bequem und sauber mag, kann sich eine Heizungsentlüftungsbox anschaffen. Die besteht aus einem Auffangbehälter mit integriertem Entlüftungsschlüssel und lässt sich unmittelbar auf das Auslassventil stecken. So läuft das austretende Wasser direkt in den Behälter.
Eigenes Haus oder Mietwohnung?
Sind alle benötigten Utensilien vorhanden, kann die eigentliche Arbeit beginnen. Das richtige Vorgehen beim Entlüften der Heizkörper hängt maßgeblich davon ab, ob Sie in Eigentümer oder Mieter sind. Hausbesitzer machen sich zunächst auf den Weg in den Heizungskeller und stellen die Umwälzpumpe ab, damit das Wasser in den Leitungen zum Stillstand kommt. Nun heißt es abwarten. Nach rund einer Stunde sollte sich die Luft in den Heizkörpern gesammelt und das Wasser abgekühlt haben.
Drehen Sie nun sämtliche Heizkörperthermostate im Haus auf null, damit kein weiteres Heizwasser in die Heizkörper gelangt. Hat Ihre Immobilie mehrere Stockwerke, müssen Sie beim Entlüften der Heizkörper unbedingt die Reihenfolge beachten. Widmen Sie sich als erstes den Exemplaren in der untersten Etage und arbeiten Sie sich dann Schritt für Schritt nach oben.
Anleitung zum Entlüften der Heizkörper
Um mit dem Entlüftungsvorgang zu beginnen, stecken Sie den Entlüftungsschlüssel auf das Entlüftungsventil und halten Sie den Auffangbehälter unter den kleinen Auslass. Drehen Sie den Schlüssel nun gegen den Uhrzeigersinn und halten Sie inne, sobald es anfängt zu zischen. Nun tritt die überschüssige Luft aus. Halten Sie den Lappen parat, denn bei diesem Vorgang kann vereinzelt Wasser herausspritzen. Sobald nur noch Wasser aus dem Auslass läuft, drehen Sie das Ventil wieder zu und nehmen Sie den nächsten Heizkörper in Angriff.
Haben Sie sich auf diese Weise bis zur letzten Heizung im obersten Stockwerk durchgearbeitet, schalten Sie die Umwälzpumpe wieder ein und drehen Sie alle Heizkörper für mindestens eine Stunde voll auf. Überprüfen Sie dann, ob Ihre Heizkörper wieder richtig warm werden. Richten Sie dabei besonderes Augenmerk auf jene Exemplare, die am weitesten vom Heizkessel entfernt sind. Lässt deren Heizleistung zu wünschen übrig, überprüfen Sie den Wasserdruck Ihrer Anlage. Der kann im Zuge der Entlüftung gesunken sein, sodass Sie gegebenenfalls Wasser nachfüllen müssen.
Heizung entlüften in Mietwohnung
Leben Sie in einer Mietwohnung, sind ihre Optionen zur Heizungsentlüftung möglicherweise eingeschränkt. Insbesondere in Häusern mit mehreren Parteien und Zentralheizung, können Sie in der Regel nicht in Eigenregie die Anlage herunterfahren. Haben Sie hingegen Zugriff auf das Absperrventil für Ihre Wohnung, können Sie dieses, idealerweise in Absprache mit dem zuständigen Hausmeister, zudrehen und bei der Entlüftung genauso vorgehen, wie oben beschrieben. Üblicherweise ist allerdings der Vermieter für die Wartung der Heizungsanlage zuständig, sodass Sie nur im Notfall aktiv werden sollten.
Automatische Entlüftung als Alternative
Können Sie die Heizkörper in Ihrer Wohnung nicht selbst entlüften oder haben keine Lust, den Entlüftungsvorgang regelmäßig zur Vorbeugung zu wiederholen, kann die Installation automatischer Heizungsentlüfter eine Lösung sein. Diese Ventile können an allen gängigen Heizkörpern das standardmäßige Entlüftungsventil ersetzen und selbstständig Luft aus dem System entweichen lassen.
Ganz verhindern können auch solche Ventile die Ansammlung von Luft im Heizkreislauf in der Regel nicht, sie können die Menge jedoch reduzieren und so die Intervalle zwischen den manuellen Entlüftungen verlängern. Wie gut diese automatischen Ventile arbeiten, hängt allerdings auch immer vom individuellen Aufbau der Heizungsanlage ab. In einer Mietwohnung sollten Sie zudem mit dem Vermieter klären, ob Sie die Ventile an den Heizkörper anbringen dürfen.