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Energieversorger: Gaspreise gehen in den Keller

Zum Start der kalten Jahreszeit wollen fast die Hälfte der Versorger die Gaspreise senken. Doch allzu lang werden die Verbraucher davon nicht profitieren können.

Zum Beginn der Heizperiode geraten die Gaspreise in Deutschland noch einmal ins Rutschen. Nach einer am Dienstag vorgestellten Marktübersicht des Verbraucherportals toptarif.de senken fast die Hälfte der Versorger in den kommenden Wochen die Preise. Ingesamt 305 Gasversorger hätten angekündigt, im Oktober oder November den Rotstift bei den Gaspreisen anzusetzen. Im Durchschnitt werde das Gas um 8,2 Prozent billiger.

Weitere 32 Unternehmen hätten bereits im September die Preise gesenkt, heißt es in der Studie. "Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas wird damit pünktlich zu Beginn der Heizperiode um 197 Euro entlastet", berichtete der toptarif-Energieexperte Thorsten Bohg.

Von den günstigen Gaspreisen werden die Verbraucher nach Einschätzung der Branchenkenner allerdings wohl nur in der ersten Hälfte der Heizperiode profitieren können. "Da sich der für den Gaspreis maßgebliche Ölpreis seit dem Frühjahr wieder stark verteuert hat, werden die Endkunden spätestens zum Jahreswechsel wieder mit flächendeckenden Preisanstiegen zwischen 5 und 10 Prozent konfrontiert werden", warnte Bohg. Aktuelle Preissteigerungen bei 16 kleineren und mittleren Anbietern von durchschnittlich 4,6 Prozent kündigten bereits jetzt eine Trendwende im Winter an.

Die Strompreise verharren im Herbst laut toptarif.de dagegen weitestgehend auf ihrem Rekordniveau. Lediglich die Stadtwerke in Osnabrück hätten für Oktober eine Preissenkung von rund 4 Prozent angekündigt. Dem gegenüber stünden Preiserhöhungen bei fünf regionalen Versorgern von knapp 6 Prozent. Insgesamt liegen die Strompreise für Privathaushalte demnach deutschlandweit aktuell rund 7,3 Prozent höher als vor Jahresfrist. Eine Trendwende ist nach Einschätzung der Branchenbeobachter trotz sinkender Preise an der Leipziger Strombörse ungewiss. Denn dem Preisverfall dort stünden zahlreiche Verteuerungen bei den Netzdurchleitungsgebühren gegenüber, die 2010 an die Verbraucher weitergereicht würden.

AP / AP