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Energieversorger: Strompreise steigen um sieben Prozent

Immer tiefer müssen die Verbraucher für Energiekosten in die Tasche greifen: Nachdem bereits Eon und RWE Preiserhöhungen angekündigt haben, ziehen auch andere Versorger zum 1. Februar nach. Die Erhöhung in der Grundversorgung liegt bei durchschnittlich 7,2 Prozent.

Nach den Strompreiserhöhungen großer Konzerne wie Eon und RWE drehen mit Beginn des neuen Jahres immer mehr Versorger an der Preisschraube. Einer Erhebung des Verbraucherportals verivox.de zufolge langen bundesweit 437 Unternehmen bei den Tarifen kräftiger zu als bislang. Die meisten hätten bereits zum 1. Januar ihre Preise erhöht, weitere Versorger setzten die Erhöhung zum 1. Februar um, teilte das sich als unabhängig bezeichnende Portal aus Heidelberg am Samstag mit. Ende November hatte verivox noch von über 300 Unternehmen gesprochen, die zum Januar ihre Preise erhöhten.

Von den höheren Tarifen seien schätzungsweise rund ein Viertel aller Haushalte in Deutschland betroffen, hieß es nun. Gemessen an einem Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden betrage die Erhöhung in der Grundversorgung durchschnittlich 7,2 Prozent. Damit müssten die Kunden im Jahr 876 statt 813 Euro für ihren Strom hinblättern. Vor allem in Bayern erhöhten zahlreiche Anbieter ihre Preise, während die Verbraucher in Berlin, Hamburg und Bremen vorerst nicht stärker zur Kasse gebeten würden.

Eon und RWE hatten im Oktober Preiserhöhungen zum 1. Januar von bis zu zehn Prozent angekündigt. Bei der RWE-Tochter Süwag reicht die Erhöhung verivox zufolge sogar bis zu 11,5 Prozent. Spitzenreiter seien die bayerischen Gemeindewerke Cadolzburg, die ihre Preise in der Grundversorgung um 24,1 Prozent erhöhten. Die Unternehmen begründen die höheren Tarife unter anderem mit höheren Beschaffungskosten. Große Konzerne wie E.ON haben zudem den Staat als den eigentlichen Preistreiber ausgemacht. Von jedem Euro auf der Stromrechnung kassiere dieser über Steuern und Abgaben etwa 40 Cent.

Bei Politikern und Verbraucherschützern zieht dieser Vorwurf jedoch nicht. Sie werfen den großen Konzernen einen Missbrauch ihrer Marktmacht und Preisabsprachen vor, was die Unternehmen vehement zurückweisen. Das Bundeskartellamt hat angekündigt, die erneuten Strompreiserhöhungen zu überprüfen. Mit kurzfristigen Ergebnissen ist jedoch nicht zu rechnen.

Reuters / Reuters