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Eurokrise: Deutschland bleibt auf Anleihen sitzen

Die Bundesrepublik gilt in der Schuldenkrise als Hafen der Sicherheit. Doch selbst Deutschland wird eine zehnjährige Anleihe über 6 Milliarden Euro nicht komplett los. Experten sprechen von einem "absoluten Desaster".

Von Frank Bremser

Mussten bislang vor allem die kriselnden Staaten bei ihren Anleiheauktionen leiden, hat es jetzt auch die Bundesrepublik erwischt. Bei der Auktion zehnjähriger Bundesanleihen konnte das geplante Volumen von 6 Milliarden Euro nicht erreicht werden. Für 35 Prozent der Emission fehlte ausreichendes Interesse, Gebote lagen nur für 3,889 Milliarden Euro vor. Die durchschnittliche Rendite bei der Zuteilung betrug 1,98 Prozent. "Es ist besorgniserregend, dass die beste Bonität Europas sich nicht im geplanten Umfang refinanzieren konnte", sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. "Wir werten das als Misstrauensvotum gegen die Euro-Zone." John Davis von der WestLB sprach davon, dass dies ein Zeichen sei, dass die Euro-Krise jetzt auch Deutschland erreicht habe.

Niedriger Zins drückt auf die Nachfrage

"Die Auktion war extrem schlecht. Die immense Höhe der deutschen Schulden lastet auf der Nachfrage", sagte Annalisa Piazza, Strategin bei dem Broker Newedge. Marc Ostwald von Monument Securities sagte: "Das ist ein absolutes Desaster. Das ist die schlechteste Auktion, die ich in diesem Jahr gesehen habe." Wenn selbst die Deutschen ihre Anleihen nicht verkauft bekommen, welche Hoffnung bestehe dann noch für andere Staaten? Das sei ein deutlicher Hinweis, dass deutsche Bundesanleihen derzeit komplett falsch bewertet seien.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Anleger könnte auch der extrem niedrige Zins sein. Die Rendite lag mit 1,98 Prozent erstmals bei einer Erstemission einer zehnjährigen Bundesanleihe unter der Zwei-Prozent-Marke. Nur bei der Aufstockung einer zehnjährigen Anleihe im September lag die Rendite mit 1,80 Prozent noch niedriger.

Ein Sprecher der für die deutschen Emissionen zuständigen deutschen Finanzagentur sagte: "Das Ergebnis der heutigen Auktion spiegelt das äußerst nervöse Marktumfeld wider. Das Ergebnis bedeutet für den Emittenten keinerlei Refinanzierungsengpass für den Bundeshaushalt. Das angestrebte Gesamtvolumen solle nun über Verkäufe am Sekundärmarkt erreicht werden." Und dieser reagierte umgehend: Am Morgen hatte die Marktrendite für deutsche Anleihen noch bei 1,92 Prozent gelegen. Nach der Auktion legte sie kurzzeitig auf mehr als zwei Prozent zu - zum ersten Mal in diesem Monat. Erstmals seit Oktober stiegen sie damit auch über den Wert für amerikanischen Treasuries. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten fünf Basispunkte niedriger bei 1,90 Prozent.

Deutschland in "guter" Gesellschaft

Die Kurse für Anleihen vieler Eurostaaten fielen ebenfalls. Bei zehnjährigen Frankreich-Anleihen erhöhte sich die Rendite um bis zu elf Basispunkte und lag zuletzt neun Basispunkte höher bei 3,61 Prozent. Italienische Bonds rentierten sieben Basispunkte höher bei 6,87 Prozent. Spanische zehnjährige Staatsanleihen rentierten fünf Basispunkte höher bei 6,63 Prozent. Bei den Belgien-Bonds legte die Rendite zehn Basispunkte zu auf 5,14 Prozent.

Die enttäuschende Nachfrage schickte auch Euro, DAX und EuroStoxx50 zeitweise auf Talfahrt. Die Gemeinschaftswährung fiel auf ein Sechs-Wochen-Tief von 1,3372 Dollar.

mit Agenturen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.