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Schuldenkrise in der Eurozone: Deutschland ist sicher – noch

Europas Schuldenkrise bringt immer mehr Staaten ins Wanken - selbst solche mit "AAA"-Rating. Nur Deutschland bleibt bislang völlig unbeschadet. Kann das gutgehen?

Von Tanja Vedder

Erst Griechenland, Portugal, Italien und Spanien. Und jetzt sogar Frankreich, Österreich, Belgien und die Niederlande: Die Schuldenkrise in Europa hat sich in eine Vertrauenskrise verwandelt und auch Kerneuropa erfasst. Die Anleger ziehen ihr Geld aus immer mehr Staaten ab, das lässt die Zinsen für Staatsanleihen steigen. Und so müssen auch vermeintlich noch kerngesunde und sichere Länder wie Frankreich inzwischen für ihre Schuldpapiere einen deutlich höheren Risikoaufschlag zahlen, um überhaupt noch Investoren zu finden.

Einzig Deutschland hat sich diesem Sog bislang entziehen können. Deutsche Anleihen gelten am Markt als Fels in der Brandung – zur Freude von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Deutschland kann derzeit so billig Schulden machen wie noch nie – zu lächerlichen Zinsen. Die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen liegen derzeit bei 1,8 Prozent. Für Papiere mit kürzeren Laufzeiten musste noch weniger gezahlt werden. Doch wie lange kann das noch gut gehen? Ist Deutschland unverwundbar?

Wie viel muss Deutschland schultern?

"Die Achillesferse des Ganzen ist die Frage, ob die anderen EU-Länder ihre Schulden in den Griff bekommen, oder ob Deutschland über die Europäische Zentralbank und den Rettungsfonds EFSF noch stärker in Haftung genommen wird", sagt Ulf Krauss, Anleihenstratege bei der Hessischen Landesbank (Helaba). Wäre das der Fall, könnte auch Deutschlands Stern sinken. Doch wie es weitergeht mit Europas Schuldenkrise, das ist eine Frage, die zum aktuellen Zeitpunkt wohl niemand beantworten kann. In der Hand, so scheint es vielen Anlegern, haben die europäischen Staaten ihr Schicksal schon lange nicht mehr. Das stärkt die Verunsicherung.

Deutschland - sicherer Hafen

Kaum ein anderes Land steht in der Europäischen Union so vorbildlich da wie aktuell Deutschland. "Konjunkturell läuft es besser als in anderen Ländern und die Finanzpolitik ist relativ gut aufgestellt", sagt Helaba-Analyst Krauss. Die Einführung einer Schuldenbremse hat sich als vorausschauender Schritt erwiesen, um das Vertrauen der Anleger zu konservieren. Somit kann die Bundesrepublik zu Recht noch mit ihrem starken "AAA"-Rating glänzen - und ist noch nicht angegriffen worden wie andere Staaten mit höchster Bonität. Die drei Buchstaben besagen, dass es so gut wie ausgeschlossen ist, dass der Schuldner seinen Kredit nicht zurückzahlt. Seine Finanz- und Wirtschaftskraft macht Deutschland seit Ausbruch der Schuldenkrise zum sicheren Hafen für die Anleger. Und diesen Status werde Deutschland auch mangels Alternativen vorerst behalten, glaubt Experte Krauss. Ähnlich sehen das seine Kollegen von der Bank HSBC Trinkhaus. "Im unsicheren Umfeld bleiben Bunds (Bundesanleihen) für die Anleger ein sicherer Anker."

Was für den Sparer das Sparbuch, sind damit Bundestitel für den Anleger: Sicher, aber ohne große Rendite. Die Experten sind sich einig: Es ist unnatürlich, was am Markt für Staatsanleihen derzeit passiert. Derart große Spreads, also Zinsdifferenzen tun nicht gut. Brüssel hat zwar versucht, die Macht der Ratingagenturen zu begrenzen. Der Vorschlag, die Benotung von Euro-Wackelkandidaten zeitweise auszusetzen, aber scheiterte.

Schon schallen weitere Hilferufe: Allianz-Vorstand Oliver Bäte spricht von einem Versagen des Marktes, der Markt für Staatsanleihen sei kaputt. Die Allianz ist als einer der größten deutschen Finanzinvestoren betroffen. Die Staaten müssten nun dagegen steuern, fordert Bäte. Geht die Erosion bislang sicherer Papiere wie den Anleihen von Frankreich, Österreich oder den Niederlanden weiter, bekommen die großen Anleger, die in solchen Ländern mehr investiert haben als in Griechenland, richtig Probleme.

Internationale Bedrohung

Doch was sollen verunsicherte Anleger tun, bis eine wie auch immer geartete Lösung gefunden ist? Sie ziehen ihr Geld dort ab, wo sie kein Vertrauen mehr haben, sprich: aus Europas vermeintlichen und tatsächlichen Krisenstaaten. Alternativen gibt es nur wenige, das Geld zu investieren. "Sie könnten es in amerikanische Staatsanleihen anlegen. Oder am Geldmarkt, aber das wäre nur eine vorübergehende Lösung", sagt Krauss. Also fließt es derzeit nach Deutschland. Der Analyst ist überzeugt: "Für Investoren aus dem Euroraum wird Deutschland weiterhin als sicher gelten."

Doch die zweite Bedrohung kommt von Außen: die internationalen Anleger, allen voran asiatische Investoren. Sie stellen sich vermehrt die Frage, wie es mit der europäischen Währung weitergeht. Aktuell zeigt der Weg nach unten: Gegenüber dem Dollar hat der Euro zuletzt an Wert verloren, kostet nur gut 1,35 US-Dollar statt mehr als 1,40 wie Ende Oktober. Es geht zwar nur in kleinen Schritten abwärts, aber es ist doch ein erstes Anzeichen eines möglichen Verfalls. Wenn sich die internationalen Anleger zurückziehen, weil sie das Vertrauen in den Euro verloren haben, könnte auch die Bundesrepublik mit im sinkenden Boot sitzen. Krauss: "Dann könnte auch die Attraktivität von Bundesanleihen infrage gestellt werden."

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.