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Print@Home: BGH erklärt Eventims Ticketgebühr für unzulässig - doch der Händler hält sich eine Option offen

Eventim verlangte jahrelang eine Gebühr für selbstausgedruckte Tickets. Das ist unzulässig, urteilte nun der Bundesgerichtshof. Kunden können Ihr Geld zurückverlangen. Doch Eventim hat noch einen Plan B in petto.

Eventim ist einer der hierzulande größten Tickerthändler.

Eventim ist einer der hierzulande größten Tickerthändler.

Das Geschäft mit CDs geht seit Jahren zurück, deshalb sind für viele Künstler und Bands mittlerweile Konzerte die Einnahmequelle Nummer eins. Oft sind die Tickets so begehrt, dass sie bereits nach wenigen Minuten vergriffen sind. Um die Chancen auf ein Ticket zu erhöhen, versuchen viele beim hiesigen Marktführer ihr Glück.

Doch im letzten Bestellschritt wartet oft eine böse Überraschung: Neben den sowieso schon saftigen Ticketpreisen und der Vorverkaufsgebühr muss man häufig noch hohe Portogebühren zahlen. 4,90 Euro für einen unversicherten Brief sind keine Seltenheit. Wer sein Ticket selbst ausdruckt - Eventim nennt das "print@home" -, muss ebenfalls bis zu 2,50 Euro pro Bestellung extra zahlen, obwohl weder Porto- noch Materialkosten anfallen. Darüber ärgern sich viele Kunden seit Jahren.

Nun hat der der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, welche diese Praxis für unzulässig hielt, in letzter Instanz Recht gegeben. Zuvor wurde die Klage in erster Instanz vor dem Landgericht Bremen verhandelt, welches der Verbraucherzentrale recht gab. Eventim ging daraufhin in Berufung, der Fall landete am Hanseatischen Oberlandesgericht in Bremen. Hier wurde das Urteil des Landgerichts bestätigt. Eventim ging abermals in Revision, sodass der Fall vorm Bundesgerichtshof landete.

Eventim will Ticketgebühr nur reduzieren

Was bedeutet das BGH-Urteil für die Kunden? Zunächst einmal darf Eventim vom Käufer keine Gebühr in Höhe von 2,50 Euro erheben, wenn dieser sich das Ticket selbst ausdruckt. Nach Angaben von Eventim drucken etwa fünf Prozent der Kunden in Deutschland ihr Ticket am eigenen Computer aus.

Vorerst verzichtet Eventim auf die Gebühr, derzeit werden die Tickets zum Selberdrucken für 0,00 Euro angeboten. Doch womöglich kehrt die Servicegebühr zurück: "Sobald uns die ausführliche Begründung für den Entscheid vorliegt, nehmen wir die erforderlichen Anpassungen bei Ticketdirect vor. Der BGH hat in seinem Urteil darauf hingewiesen, dass grundsätzlich auch eine Gebühr in geringerer Höhe zulässig sein kann", erklärte ein Eventim-Sprecher dem stern. Die Ticketdirect-Gebühr sei zweckgebunden und trage dazu bei, Zugangskontroll-Technologien für selbst ausgedruckte Tickets vorzuhalten und weiterzuentwickeln.

Kunden können Gebühren zurückfordern

Zu Unrecht erhobene Gebühren für die "ticketdirect"-Option müssten nun von Eventim an die Kunden zurückgezahlt werden, forderten die Verbraucherschützer. Betroffene können auf der Internetseite der Zentrale einen Musterbrief herunterladen. Die Rückzahlungsansprüche verjähren nach drei Jahren. Ob eine Rückmeldung tatsächlich erfolgt, wird sich zeigen. Die hat angekündigt, weitere rechtliche Schritte einzuleiten, wenn Rückzahlungen ausbleiben sollten.

cf