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Technik-Mythen im Check: Warum Sie sich den Aufpreis für goldene HDMI-Kabel sparen können

Ein HDMI-Kabel kann 5 Euro kosten, aber auch 50. Doch lohnt sich der Aufpreis überhaupt? Und sorgen goldene Stecker wirklich für bessere Bilder? Ein Experte verrät's.

HDMI-Kabel

HDMI-Kabel können von 5 bis 50 Euro kosten - doch lohnt sich der Aufpreis?

Riesengroß und ultrascharf: Moderne Fernseher sorgen im Wohnzimmer für echtes Kinofeeling. Doch dafür muss man meist tief in die Tasche greifen: Ein guter Fernseher kostet 1000 Euro und mehr, eine wuchtige Soundbar schlägt noch einmal mit ein paar hundert Euro zu Buche. Da liegt es doch nahe, zumindest beim Zubehör zu sparen - etwa beim Kabel. Oder ist das falscher Geiz?

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Teure HDMI-Kabel nur Preisschneiderei?

Die Preisspanne bei HDMI-Kabeln ist sehr groß: Es gibt sie bereits ab fünf Euro, für teure Modelle werden hohe zweistellige Summen fällig. Denn bis heute hält sich das Gerücht, dass goldene HDMI-Kabel für ein besseres Bild sorgen.

Zu Unrecht: HDMI-Kabel übertragen digitale Video- und Audiodaten mittels der sogenannten TMDS-Technologie. Dabei werden zwei Versionen des identischen Datenstroms gesendet. Dadurch können Übertragungsfehler oder Störungen ausgeschlossen werden. Am Ende der Signalübertragung kommt entweder eine Null oder eine Eins an, sprich: Man hat ein perfektes, glasklares Bild oder gar keins. Ein goldenes Kabel hat also am Ende so viel Einfluss auf die Bildqualität wie eine goldene Fernbedienung - gar keinen.

Maßband mit eingekreister Raute

Ein billiges Kabel liefert, sofern es gut verarbeitet und lizenziert ist, genauso gute Bilder wie ein teures. Nur die Verarbeitungsqualität unterscheidet sich: Billige Kabel können etwa schneller Kabelbrüche erleiden.

"Ein teures Kabel kann sich dennoch lohnen, wenn man auf Nummer sicher gehen will", erklärt Roland Seibt von der Fachzeitschrift "Video". Benötigt man etwa sehr lange, besonders robuste oder gut abgeschirmte Kabel, kann sich die Mehrausgabe lohnen. Bei einem Zwei-Meter-Kabel, wie es in den meisten Wohnzimmern zum Einsatz kommt, reicht aber häufig ein günstiges Modell. Problematisch wird es jedoch, wenn das Kabel länger wird und man am Fernseher UHD-Signale empfangen will.

Wichtig ist die HDMI-Zertifizierung

Der Experte empfiehlt daher, unbedingt auf die Zertifizierung und entsprechende Labels zu achten. Empfehlenswert ist "HDMI Premium", hierbei handelt es sich um ein vertrauenswürdiges Siegel. Damit sind Sie auf der sicheren Seite, dass das Kabel auch moderne Bildstandards wie UHD und HDR in vollem Funktionsumfang (10 Bit Farbtiefe, 60 Hertz) unterstützt. Andernfalls kann es in einigen Fällen zu Darstellungsproblemen und Bildaussetzern kommen. Bezeichnungen wie "HDMI 2.0" seien dagegen "nichtssagend" und würden häufig nur aus Marketinggründen auf die Packung gedruckt werden, betont Seibt.

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