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"Ruinös und selbstzerstörerisch" Von 600.000 auf 5000 Pfund: Britisches Ehepaar zerfleischt sich in Scheidungskrieg

Streitendes Paar
Ein Paar in Großbritannien ruinierte sich finanziell im Scheidungskrieg
© Andriy Popov / Picture Alliance
Ein britisches Paar trennte sich nach 22 Ehejahren. Doch statt den Konflikt vernünftig zu klären, investierten sie fast 600.000 Pfund in Anwälte. Am Ende bleiben beiden nur noch 5000 Pfund.

Dass es bei Scheidungen nicht immer glimpflich zur Sache geht, davon können viele ein Lied singen. Doch ein nun publik gewordener Fall aus Großbritannien ist ein besonders schweres Kaliber: Ein britisches Paar aus London trennte sich nach 22 gemeinsamen Ehejahren und gab für den zwei Jahre andauernden Scheidungskrieg 594.000 Pfund aus, wie die "Daily Mail" berichtet. Das Ehepaar gab beinahe jeden Penny, das es hatte, für Anwälte aus, um die Scheidung auszufechten. Am Ende bleiben nur rund 5000 Pfund für jeden übrig, schreibt die "Daily Mail".

Er verlor den Job, sie das Haus

Das Paar mittleren Alters (er 53, sie 50) hatte drei gemeinsame Kinder und besaß einen Anteil an einem Pflegeheimgeschäft. Das anonyme Paar bewohnte den Medienberichten zufolge ein Haus mit fünf Schlafzimmern in London. Beide verreisten regelmäßig, aßen auswärts in Restaurants und bezahlten die Ausbildungskosten für ihre Kinder. Das Paar soll jedoch über seine Verhältnisse gelebt und Schulden angehäuft haben.

Im Lauf der Scheidung verlor der Mann seinen Job, er soll nun 32.000 Pfund pro Jahr verdienen, indem er für eine Klempnerfirma arbeitet. Insgesamt soll er Kreditkartenschulden in Höhe von 122.000 Pfund angehäuft haben.

Um die Anwaltskosten zu begleichen, musste das Haus verkauft werden. Die Frau war somit gezwungen auszuziehen und ist finanziell auf ihre Familie angewiesen.

"Ruinös und selbstzerstörerisch"

Robert Peel, stellvertretender Richter am Obersten Gerichtshof, bezeichnete die Auseinandersetzung der beiden als "ruinös". "Nach fast 22 Jahren Ehe, die glückliche gemeinsame Zeiten enthalten haben müssen und in denen drei Kinder geboren wurden, denen der Ehemann und die Ehefrau ergeben sind, hat dieses Paar ein ruinöses und belastendes finanzielles Rechtsbehelfsverfahren eingeleitet", erklärte Richter Peel in seinem Urteil. "Es mag schlimmere Beispiele für unverhältnismäßige und schlecht durchdachte Rechtsstreitigkeiten geben, aber keines fällt mir ohne weiteres ein".

Der Rechtsstreit beinhaltete 13 Gerichtsverhandlungen, eine fünftägige Verhandlung, die abgebrochen wurde, und vier Versuche des Ehemannes, Berufung einzulegen, die von den Richtern des Obersten Gerichts und des Berufungsgerichts mehrfach abgewiesen wurden.

Durch den Verkauf des Familienhauses seien 630.000 Pfund eingenommen worden. Aus dieser Summe müssen jedoch die Schulden beglichen werden. Die Ehefrau schulde 214.830 an Gerichtskosten, so der Richter, der Ehemann 251.051.

Der Richter fügte hinzu: "Es ist schwer auszudrücken, was für eine katastrophale Verschwendung von Ressourcen dies gewesen ist". Doch nicht nur die Konten wurden belastet. Die Auseinandersetzungen habe auch dazu geführt, dass die Beziehung des Vaters zu seinen Kindern zerbrochen ist und ein Streit über sie vor den Familiengerichten andauert.

cf

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