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Export Deutsche Autoindustrie in der Krise


Hohe Spritpreise, steigende Rohstoffkosten für Stahl und Aluminium und ein schwächelnder Export machen der deutschen Autoindustrie zu schaffen. Ein schnelles Umdenken ist gefragt, denn: Die Verbraucher in Deutschland setzen zunehmend auf kleinere, sparsamere Fahrzeuge.

Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher, die hohen Spritpreise und die nachlassende Nachfrage aus dem Ausland machen der deutschen Autoindustrie das Leben schwer. Auf dem deutschen Markt legte die Zahl der Neuzulassungen im Juli zum zweiten Mal in Folge nur leicht um 1,5 Prozent auf 262.600 Wagen zu, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt mitteilte. Aber auch das wichtige Standbein, der lange Zeit erfolgsverwöhnte Export, schwächelt: Die Ausfuhren brachen im Juli um sechs Prozent auf 338.100 Wagen ein.

"Der deutsche Markt lässt die erhoffte Dynamik nach dem schwierigen Jahr 2007 weiter vermissen", schrieb der VDA. Der Verband hält aber weiter an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest und erwartet eine leichte Erholung des Marktes von 3,15 auf 3,2 Millionen Neuzulassungen.

Inflation bremst Kauflust der Verbraucher

Branchenexperten halten aber selbst diese zurückhaltende Prognose für zu optimistisch. Die steigenden Rohstoffkosten für Stahl, Kupfer und Aluminium machen der Branche zu schaffen. Gleichzeitig dämpfen die Rekordspritpreise und die Inflation die Kauflust der Verbraucher. Daimler will wegen der Mehrbelastungen die Produktion bis Jahresende in mehreren Werken drosseln. Auch BMW hat bereits seine Gewinnprognose für dieses Jahr zusammengestrichen.

"Von einer Markterholung kann auch im Juli keine Rede sein", kommentierte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) die Zahlen. Die Stimmung bei den Verbrauchern verschlechtere sich stetig. Die Debatte um die Pendlerpauschale verunsichere zusätzlich die Kunden. Im Inland gingen die Aufträge im Juli um fünf Prozent zurück. Seit Jahresbeginn ergab sich ein Absatzplus von drei Prozent auf 1,9 Millionen Fahrzeuge - nach dem ersten Halbjahr hatte das Plus noch bei vier Prozent gelegen.

Kleinere, sparsame Autos sind gefragt

Die Verbraucher in Deutschland setzen zunehmend auf kleinere, sparsame Fahrzeuge. Am stärksten wuchs nach Angaben des Kraftfahrt- Bundesamtes (KBA) im Juli das Segment der Mini-Fahrzeuge (plus 17,4 Prozent). Besonders auffällig war die steigende Nachfrage nach Flüssiggas-Fahrzeugen und Erdgasautos, die aber insgesamt immer noch weniger als ein Prozent der gesamten Neuzulassungen ausmachen. Besondere Zuwächse konnten laut KBA die deutschen Hersteller verbuchen wie der Kleinwagenhersteller Smart (plus 32,7 Prozent) sowie BMW (7,0 Prozent), VW (5,9 Prozent) und Mercedes (4,7 Prozent).

Die Exporte deutscher Hersteller schrumpften gegenüber dem Rekordwert des Vorjahresmonats um sechs Prozent. Der Rückgang der Ausfuhren bremste die Produktion, die im traditionell schwachen Juli um sechs Prozent auf 435 300 Fahrzeuge zurückging. Seit Januar rollten mit nahezu 3,5 Millionen Wagen etwa ein Prozent mehr Fahrzeuge von den Bändern. Auf dem schwierigen US-Markt, auf dem die Verbraucher zunehmend sparsame Autos nachfragen, konnten die deutschen Marken gegen den schrumpfenden Markttrend ein Plus von sieben Prozent erreichen.

Beide Verbände verlangten von der Politik, die Streichung der Pendlerpauschale zurückzunehmen und rasch Klarheit über die künftige Gestaltung der Kfz-Steuer, die nach Schadstoffausstoß gestaffelt werden soll, herzustellen.

DPA DPA

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