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Fielmann will Filialnetz ausbauen: Expansionskurs mit Weitsicht

Die Optikerkette Fielmann will ihr Filialnetz langfristig um 150 neue Niederlassungen in Deutschland erweitern. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern weltweit 6,4 Millionen Brillen an den Kunden gebracht

Die Optikerkette Fielmann will ihr Filialnetz weiter ausbauen und allein in Deutschland 20 neue Geschäfte eröffnen. "Unser Ziel ist es, auf 700 Niederlassungen in Deutschland zu kommen. Derzeit haben wir 551", sagte Vorstandschef und Unternehmensgründer Günther Fielmann am Donnerstag in Hamburg bei der Vorstellung der Jahresbilanz. International betreibt das Unternehmen 644 Filialen und damit 24 mehr als noch im Jahr 2008.

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Krise sei sein Konzern im vergangenen Jahr erneut sehr erfolgreich gewesen, erklärte Fielmann. Der Umsatz wuchs um 5,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, der Gewinn um 0,4 Prozent auf 162,5 Millionen Euro. "Es ist schon richtig, dass Händler mit einem höheren Gegenwert in Krisenzeiten besser laufen als andere", sagte der Konzernchef. Fielmann bietet in seinen Geschäften 90 Brillengestelle ohne Zuzahlung auf den Kassenbeitrag an.

Dennoch lege man viel Wert darauf, in Modefragen immer auf dem neusten Stand zu sein. "Die Modelle werden in diesem Jahr größer. Angesagt waren großformatige Scheiben. Bei den Sonnenbrillen waren Pilotenbrillen mit Metallgestell bei Damen und Herrn gleichermaßen beliebt", erklärte Fielmann.

6,4 Millionen Brillen abgesetzt

Sein Konzern habe im vergangenen Jahr 6,4 Millionen Brillen an den Kunden gebracht. "23 Millionen Menschen tragen eine Fielmann-Brille. Wir haben einen Marktanteil im Absatz von 40 bis 50 Prozent", sagte der Unternehmensgründer, der im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag feierte. Ans Aufhören denkt er nach eigener Auskunft nicht, "so lange ich der Firma nicht schade". Sein Sohn brauche mit Anfang 20 noch ein paar Jahre, bis er den Betrieb übernehmen könne. Auch über die Entwicklung der eigenen Aktien zeigte sich der Vorstand sehr zufrieden. In den vergangenen zehn Jahren habe es bei der Kursentwicklung ein Plus von mehr als 300 Prozent gegeben. Die Anteilseigner von Fielmann können sich in diesem Jahr erneut über eine höhere Ausschüttung freuen: Der Vorstand schlägt je Aktie eine Dividende in Höhe 2 Euro vor, also 5 Cent mehr als im Jahr zuvor.

Fielmann sieht bei Lasertechnik kein Potenzial

Gefragt nach weiteren Möglichkeiten einer Expansion auch im Ausland über Österreich, Polen und die Schweiz hinaus, antwortete Fielmann zurückhaltend: "Wir reden immer mit jemandem." Man werde auch in Zukunft nur ganze Optikerketten mit bestehendem Filialnetz aufkaufen. Potenzial sieht er vor allem bei dem zusätzlichen Verkauf von Hörgeräten in den bestehenden Geschäften. "Wir haben in 50 Filialen eine solche Abteilung", erklärte der Vorstandschef. Die Zielgruppe der älteren Kunden sei schließlich ähnlich.

Die immer stärker aufkommende Lasertechnik zur medizinischen Korrektur von Hornhautverkrümmungen hält Fielmann noch für zu unausgereift, um in dieses Geschäftsfeld einzusteigen. "Solange die Operateure auf den Kongressen Brillen tragen, würde ich mir die Augen nicht lasern lassen", sagte er. Größeres Potenzial sehe er in einem stärkeren Engagement bei Kontaktlinsen. In Deutschland würden diese Sehhilfen erst von vier Prozent der Kunden genutzt, während die Verbreitung in den USA bereits bei 15 Prozent liege.

Zacharias Zacharakis, APN / APN