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Steuer-Affäre: Greiser Filmemacher kämpft gegen Finanzamt - Fiskus forderte 73 Millionen Euro von Atze Brauner

Seit Jahren hat Atze Brauner Ärger mit dem Finanzamt. Nun fand der stern heraus: Der Fiskus verlangte weit höhere Summen von der Filmlegende, als bislang bekannt war.

Artur Atze Brauner Anfang März bei einer Veranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Filmförderungsanstalt in Berlin

Streitet mit dem Fiskus um Gewerbesteuer für seine Immobillien: Filmproduzent Artur Brauner, genannt Atze, hier Anfang März bei einer Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Filmförderungsanstalt in Berlin

DPA

Der seit Jahren andauernde Steuerfall des Filmproduzenten Artur Atze Brauner besitzt bislang ungeahnte Ausmaße. Das Finanzamt Berlin-Wilmersdorf bezifferte die Gesamtsumme der Steuerforderungen auf 73 Millionen Euro - eine Dimension, die alle anderen prominenten Steuerfälle übersteigt, wie der stern in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Das Magazin beruft sich dabei auf einen unveröffentlichten Beschluss des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom Oktober 2017. Bei gut der Hälfte der hier zusammengefassten Forderungen, rund 38 Millionen Euro, handelt es sich demnach um sogenannte Säumniszuschläge.

Der Fall hat nicht mit dem Filmschaffen des 99-jährigen Brauner zu tun, sondern mit anderen Geschäften: Die Familie verfügt über ein großes Immobilienvermögen; mindestens 15 Häuserblocks vorwiegend im alten Westen Berlins zählen dazu. Seit Jahrzehnten streitet Brauner mit dem Fiskus um die Höhe der Gewerbesteuer.

Gerichtsbeschluss verschafft Atze Brauner Luft

Ein großer Teil der Steuerschuld wurde mittlerweile beglichen. Vom stern befragt gibt Brauners Anwalt an, es handele sich bei der genannten Summe um eine "allgemeine Darstellung" zu den "jahrelangen Streitigkeiten". Sämtliche "echten" Steuerforderungen seien erfüllt. Gestritten werde über Nebenforderungen wie Säumniszuschläge.

Der vorliegende Beschluss des Finanzgerichts setzt Vollstreckungsmaßnahmen durch das Finanzamt vorerst aus. Insofern verschafft der Entscheid Brauner Luft. Allerdings ist das Problem damit nur vertagt, eine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit noch offener Forderungen steht noch aus.

Säumniszuschläge treiben die Schuld schnell in die Höhe: Monatlich wird ein Prozent auf die eigentliche Steuersumme fällig – satte 12 Prozent im Jahr. Schon für 1993 und 1995, so zeigt der Gerichtsbeschluss, fallen Zuschläge an. So lange also währt der Steuerstreit bereits.

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