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Finanzkrise: EU legt Strategie für Weltfinanzgipfel fest

Schärfere Regeln, umfassende Finanzaufsicht - die Länder der Europäischen Union haben sich auf ein Strategiepapier für den Weltfinanzgipfel in Washington geeinigt. Ratspräsident Nicolas Sarkozy verkündete, die EU habe jetzt eine gemeinsame Vision für ein neues Weltfinanzsystem.

Die Europäische Union hat eine gemeinsame Linie für den anstehenden Weltfinanzgipfel festgelegt. Das teilte der amtierende EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy nach einem Gipfeltreffen der 27 EU-Staats- und Regierungschef am Freitag in Brüssel mit. "Wir haben eine sehr umfassende Diskussion gehabt, und ich kann sagen, dass es einen sehr detaillierten Standpunkt Europas gibt", sagte der französische Staatschef. Die EU habe jetzt eine gemeinsame "Vision" für die Neuordnung des Weltfinanzsystems.

Am 15. November kommen in Washington die politischen Spitzen der 20 wichtigsten Industriestaaten und aufstrebenden Schwellenländer zusammen. Nach der internationalen Bankenkrise beraten sie über neue Regeln für die Finanzmarktakteure.

Die EU werde dort schärfere Regeln und eine umfassende Finanzaufsicht fordern, erklärte Sarkozy. Doch solle es keine Überregulierung der Finanzmärkte geben. Der Ratspräsident hob hervor, dass er sich vollkommen einig sei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem britischen Premierminister Gordon Brown. "Alle sind einverstanden, dass man ehrgeizige Entscheidungen auf dem Gipfel in Washington braucht." Europa wolle seinen gemeinsamen Standpunkt nicht aggressiv vertreten. Doch müssten sich die internationalen Partner daran gewöhnen, dass Europa mit einer Stimme spreche.

Die EU-Länder hätten bei ihrem informellen Treffen außerdem vereinbart, dass die Kommission bis zum Dezember-Gipfel eine Wirtschaftsstrategie vorlegen soll, teilte Sarkozy mit. "Alle sind sich einig, dass es notwendig ist, die Wirtschaftspolitik in Europa zu koordinieren." Das bedeute aber nicht, dass alle Regierungen dasselbe machen müssten.

DPA/Reuters / DPA / Reuters