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Finanzkrise: US-Repräsentantenhaus sagt Nein

Dramatik pur im US-Kongress und an der Wall Street: Das umstrittene 700-Milliarden-Dollar-Paket zur Rettung der Finanzmärkte ist bei der Abstimmung im Repräsentantenhaus überraschend gescheitert. Der Dow-Jones-Index brach daraufhin zeitweise um 700 Punkte ein. Zuvor war bereits der Deutsche Aktienindex tief ins Minus gerutscht.

Das US-Repräsentantenhaus hat das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die Finanzbranche abgelehnt. Trotz aller Appelle von US-Präsident George W. Bush und führenden Politikern beider Parteien votierten die Abgeordneten mit 228 zu 205 Stimmen gegen das Programm, mit dem das Chaos an den Finanzmärkten eingedämmt werden sollte. Experten erwarten nun weitere heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten. Erste Nachrichten von dem Scheitern des Rettungsprojekts ließen den Dow-Jones-Index zeitweise um mehr als 700 Punkte einbrechen. Zuvor war bereits der Deutsche Aktienindex (DAX) nach Hiobsbotschaften von mehreren europäischen Banken tief ins Minus gerutscht.

Bush reagierte "sehr enttäuscht", wie ein Sprecher sagte. "Das Land steht fraglos einer sehr ernsten Krise gegenüber, der man begegnen muss." Der Präsident werde mit seinen Beratern über die nächsten Schritte sprechen. Mehr als zwei Drittel von Bushs Republikanern und 40 Prozent der Demokraten stimmten gegen den Plan. Der konservative Flügel der Republikaner lehnt derart weitgehende staatliche Eingriffe in die Wirtschaft ab.

Auch wenn das Vorhaben der US-Regierung unpopulär war, sahen führende Finanzexperten und Politiker doch keine Alternative zu der Hilfsmaßnahme. Der Rettungsplan sollte die Mittel für den Aufkauf sogenannter fauler Hypothekenpapiere freigeben. Ausgezahlt sollte die Riesensumme aber nicht auf einen Schlag. Die erste Hälfte von 350 Milliarden Dollar sollte zur Verfügung gestellt werden, sobald dies vom Präsidenten beantragt wird. Die weiteren Mittel sollten von der Zustimmung des Kongresses abhängig sein. Im Gegenzug sollte der Staat Aktienoptionsscheine der Finanzgesellschaften erhalten, die bei entsprechender Kursentwicklung eingelöst werden können, um die Belastung für die Staatskasse aufzufangen.

Die beiden Präsidentschaftskandidaten hatten vor der Abstimmung vorsichtige Zustimmung zu dem Plan signalisiert. Bushs Parteifreund John McCain sagte, die Option, nichts zu tun, sei schlicht keine akzeptable Option. Mit Hilfe des Pakets werde Vertrauen wiederhergestellt, und das Wirtschaftssystem komme wieder in Fahrt. Der demokratische Kandidat Barack Obama erklärte, er neige dazu, das Rettungspaket zu unterstützen, da die Finanzkrise mittlerweile von der Wall Street bei den normalen Verbrauchern angekommen sei. Washington habe keine andere Wahl als zu handeln, wenngleich es empörend sei, "dass wir gezwungen werden, ihren Schlamassel aufzuräumen."

DAX schließt mit herben Verlusten

Sorgen über die Situation der europäischen Finanzbranche hatten am Montagabend bereits den deutschen Aktienmarkt erneut tief ins Minus geschickt. Der Leitindex DAX verlor mehr als 250 Punkte oder 4,23 Prozent auf 5807,08 Zähler. Damit schloss er auf dem tiefsten Stand seit etwas mehr als zwei Jahren. Der MDAX büßte sogar über 460 Punkte oder 6,37 Prozent auf 6820,42 Zähler ein. Der TecDAX fiel um fast 50 Punkte oder 6,86 Prozent auf 675,48 Zähler.

Gleich mehrere Banken in Europa müssen durch milliardenschwere Rettungsaktionen vor Zusammenbrüchen bewahrt werden. Neben der Hypo Real Estate (HRE) benötigt auch der schwer angeschlagene belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis zum Überleben Hilfe von außen und wird teilweise verstaatlicht - das gleiche gilt für die britische Hypothekenbank Bradford & Bingley. "An der Börse hat sich Panik breitgemacht", sagte Marktstratege Heino Ruland von FrankfurtFinanz Partner. Die Investoren bekämen es nun richtig mit der Angst zu tun, nachdem sich in der vergangenen Woche noch vereinzelt Zuversicht gezeigt habe.

Die HRE-Aktien brachen um 73,91 Prozent auf 3,52 Euro ein. Um den Kollaps des Immobilien- und Staatsfinanzierers zu verhindern, musste dieser von einem Bankenkonsortium finanziell aufgefangen werden. Außerdem erklärte sich die Bundesregierung bereit, das Engagement der Banken mit einer Staatsgarantie abzusichern. Vorausgegangen waren Spekulationen über einen Zusammenbruch wegen massiver Liquiditätsprobleme.

Andere Bankenwerte wurden ebenfalls regelrecht ausverkauft: Die Commerzbank-Titel rutschten im Sog der Negativschlagzeilen um 24,01 Prozent auf 10,950 Euro ab. Die Postbank-Titel büßten 23,88 Prozent auf 26,94 Euro ein. Die im MDAX notierten Titel der Aareal Bank brachen sogar um 42,53 Prozent auf 7,27 Euro ein. "Niemand schenkt den Aussagen einer Bank derzeit Glauben - hier wird die ganze Branche gnadenlos abgestraft", sagte ein Händler.

Kräftige Verluste in Paris und London

Die Lage an den europäischen Börsen sah kaum besser als in Deutschland aus. Der EuroSTOXX 50 büßte 4,69 Prozent auf 3008,19 Punkte ein. In Paris und London wurden ebenfalls kräftige Verluste verzeichnet. Sehr schwach zeigten sich zum europäischen Handelsschluss auch die Börsen in den USA: Der Leitindex Dow Jones gab um mehr als zwei Prozent nach und der NASDAQ Composite verlor mehr als 4 Prozent.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.