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Finanzkrise: Was die Commerzbank jetzt meistern muss

Auch nach der neuerlichen Kapitalspritze und der Teilverstaatlichung hat die Commerzbank eine schwere Zukunft vor sich. Eine Übersicht der dringlichsten Baustellen.

Von Christine Mai und Tobias Bayer

Der Staat steigt bei Deutschlands zweitgrößtem Institut ein. Satte 18,2 Mrd. Euro hat er mittlerweile in die Commerzbank gepumpt. Mit einem Anteil von 25 Prozent plus eine Aktie hat der Bund nun sogar eine Sperrminorität. Die neuerliche Kapitalspritze soll die geplante Übernahme der Dresdner Bank sichern. Die "Gelben" haben zudem als erstes deutsches Geldinstitut eine staatlich garantierte Anleihe herausgegeben und mit 5 Mrd. Euro deutlich mehr erlöst als erwartet. Doch aller staatlichen Schützenhilfe zum Trotz - die Commerzbank hat noch eine Reihe von Herausforderungen zu meistern. Wir zeigen die wichtigsten.

Wie stark wird die Ertragskraft belastet?

Der Einstieg des Staates wird die zukünftigen Ergebnisse der Commerzbank für die bisherigen Aktionäre stark verwässern: Nicht nur wegen der um 34 Prozent höheren Zahl der Aktien, sondern auch aufgrund der Zinsbelastung von neun Prozent auf die stille Einlage das Soffin von insgesamt 16,4 Mrd. Euro. Der jährliche Zinsüberschuss der Commerzbank sinkt so um rund 1,5 Mrd. Euro. Das entspricht dem durchschnittlichen Nettogewinn der vergangenen drei Jahre. Die Experten der UBS erwarten, dass der Gewinn pro Aktie 2009 um 100 Prozent, 2010 um 56 Prozent und 2011 um 46 Prozent verwässert wird.

"In den kommenden Jahren wird die Ertragskraft der Bank deutlich schwächer ausfallen. Wir gehen davon aus, dass die Gläubiger der Commerzbank besser gestellt werden als die Aktionäre", urteilen Bankanalysten der Deutschen Bank. Immerhin: Erwirtschaft das Finanzinstitut keinen Gewinn, erhält der Bund auch kein Geld. Das ist im nächsten Jahr voraussichtlich der Fall, da sich allein die Integrationskosten der Dresdner Bank auf 2 Mrd. Euro belaufen.

Fraglich ist, wie der Staat sein Geld zurückbekommen wird. Die Befürchtung: Da die Commerzbank das Kapital schwerlich über die eigenen Gewinne zurückzahlen kann, wird sie eine Kapitalerhöhung durchführen müssen - wieder zu Lasten der Anleger. Francesca Tondi und Erica Nolda, Analystinnen bei JP Morgan, machen sich vor allem Gedanken über die Konditionen des Rückkaufs: "Sollte der Staat in ein paar Jahren das volle Kapital zurückerhalten, würde die stille Einlage keine Verluste abfedern. Die Aktionäre müssten also dafür die Rechnung bezahlen."

Wie läuft die Integration der Dresdner Bank?

Mit dem Festzurren der neuen Struktur ist die Commerzbank zwar weit fortgeschritten. Doch der Unmut in den Reihen der Dresdner Bank ist groß. Schließlich war die Traditionsbank jahrzehntelang die größere und für Firmenkunden wichtigere Adresse als die Commerzbank - nun geht sie in dem ungeliebten Rivalen auf, die Marke verschwindet. Etliche Mitarbeiter verlassen die Dresdner; die verbleibenden müssen unter anderem damit leben, dass sie formal wie neue Angestellte behandelt werden, womit ihre Rentenansprüche deutlich geringer auszufallen drohen.

Um eine schlagkräftige Bank zu formen, wird daher noch einiges an Überzeugungsarbeit notwendig sein - und während die Manager mit der Integration beschäftigt sind, können sich Konkurrenten wie die Deutsche Bank darauf konzentrieren, Commerzbank und Dresdner Kunden abzujagen. Der Deutschland-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, etwa verweist darauf, dass viele deutsche Unternehmen zu beiden Fusionspartnern Kundenbeziehungen haben und sich jetzt eine weitere Bank suchen werden.

Der Ärger zeigte sich erst Ende Dezember wieder deutlich, als die Arbeitnehmervertreter im Dresdner-Aufsichtsrat die vorzeitige Bestellung von Commerzbank-Chef Martin Blessing und seiner Vorstandskollegen Markus Beumer und Achim Kassow zu Vorständen der bisherigen Allianz-Tochter verhinderten.

Bereits in der Endphase der Fusionsverhandlungen hatte der Dresdner-Vorstand vehementen Widerstand gegen die Übernahme geleistet: Fast alle Manager wehrten sich seinerzeit wegen fehlender Jobgarantien gegen die Fusion. Erst die Drohung der Allianz, sie umgehend zu entlassen, ließ die Vorstände einlenken.

Nach dem angekündigten Rückzug des bisherigen Dresdner-Chefs Herbert Walter zieht kein Manager der Bank in den Vorstand des neuen Instituts ein. Auch auf den unteren Führungsebenen sind die Commerzbanker in der Überzahl.

Wie hoch werden die Abschreibungen ausfallen?

Befürchtet werden nach dem Einstieg des Staates weitere Abschreibungen bei der Commerzbank und der Dresdner Bank. "Der hohe Kapitalbedarf ist eine negative Überraschung für uns und deutet auf einen hohen Abschreibungsbedarf auf die Risikopositionen von Commerzbank und insbesondere der Dresdner Bank hin", sagte Olaf Kayser, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Ähnlich urteilen die Experten des Researchhauses Creditsights: "Es wurde nicht erklärt, warum in kurzer Zeit eine zweite Kapitalspritze notwendig war. Wenn es auch sinnvoll ist, die Kernkapitalquote zu erhöhen, so werden nun zwangsläufig Spekulationen auftreten, dass Commerzbank und Dresdner Bank im vierten Quartal heftige Verluste erlitten haben."

Besonders das Portfolio der Dresdner Bank wird von den Analysten kritisch beäugt: Allein Kredite für schuldenfinanzierte Übernahmen ("Leveraged Loans") belaufen sich noch auf 4,2 Mrd. Euro. Bisher schrieb die Bank auf diese Leveraged Loans nur 163 Mio. Euro ab, das entspricht drei Prozent. "Da könnten noch weitere Abschreibungen notwendig werden", sagen die JP-Morgan-Analystinnen Francesca Tondi und Erica Noda und verweisen auf die Konkurrenten, die zehn bis zwölf Prozent abgeschrieben hätten, die UBS sogar 26 Prozent.

Weiterer Gefahrenpunkt: In den Büchern der beiden Banken schlummern laut den Analysten der Citigroup immer noch strukturierte Kreditprodukte, die ein Risiko von 23 Mrd. Euro darstellen.

Wo liegen die Risiken im Geschäft?

Die Rezession birgt für die Commerzbank hohe Risiken. Das trifft zwar auch auf andere Institute zu. Die "Gelben" mit ihrer starken Konzentration auf den Heimatmarkt und das Mittelstandsgeschäft dürften unter steigenden Kreditausfällen aber besonders leiden. In ihren Büchern hat sie nach der Dresdner-Übernahme 400 Mrd. Euro an Krediten stehen.

"Die haben richtig Gas gegeben im Kreditgeschäft, vor allem in den Branchen Automotive und Maschinenbau, die jetzt enorm unter der Wirtschaftskrise leiden", sagt ein Frankfurter Investmentbanker, der beide Häuser gut kennt. Er prophezeit wegen der Rezession einen "signifikanten Wertberichtigungsbedarf".

Einige Probleme deuten sich schon an. Die Commerzbank ist neben der Royal Bank of Scotland eine von zwei Hauptgläubigern des Anfang der Woche verstorbenen Adolf Merckle. Die Fusionspartner sind zudem zwei von sechs Banken, die der Schaeffler-Gruppe einen 15 Mrd. Euro großen Kreditrahmen für die Continental-Übernahme gegeben haben - ein echtes Klumpenrisiko.

Wie schlägt sich die Tochter Eurohypo?

Einst gekauft, um die Commerzbank groß und damit sicher vor Übernahmen zu machen, hat sich der Immobilienfinanzierer in der Krise zum Problemfall entwickelt. Noch bis zum ersten Halbjahr 2008 verfolgte die Eurohypo erfolgreich die Strategie, Risiken einzukaufen und dann rasch am Markt weiter zu platzieren. Seitdem die Märkte ausgetrocknet sind, ist dies kaum noch möglich.

"In diesem Marktumfeld ist die Eurohypo noch ein Risikofaktor mehr", sagt Philipp Häßler, Analyst bei Equinet. Ähnlich skeptisch sind die Analysten von JP Morgan. Nach ihren Angaben macht das Immobilienportfolio mit 77,8 Mrd. Euro rund 17 Prozent des gesamten Kreditbuchs aus. 50 Prozent der Darlehen seien in Deutschland vergeben worden. Spanien, Großbritannien und die Vereinigten Staaten - alles Länder mit stark fallenden Hauspreisen - stellen mit 26 Prozent aber immer noch einen großen Bestandteil dar. Bei 13 Prozent des Portfolios handelt es sich um Darlehen an die Bauindustrie. "Wir gehen davon aus, dass die Immobiliensparte sowohl 2009 als auch 2010 Verluste einfahren wird", so die JP-Morgan-Experten.

Strategische Optionen hat die Commerzbank kaum mit der Eurohypo. "Generell wird sie weiter Immobilienfinanzierung betreiben wollen. Außerdem wird sie zumindest solange die Krise andauert, auch keinen Käufer für die Eurohypo finden", sagt Analyst Häßler. Immerhin, spotten viele Banker in Frankfurt, tauge die Eurohypo noch als Giftpille, die mögliche Interessenten von einer Übernahme der Commerzbank abhalten könnte.

FTD
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Christine Mai