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Finanzkrise: WestLB macht 1,6 Milliarden Euro Verlust

Die WestLB kommt nicht zur Ruhe. Für das Geschäftsjahr 2007 weist das Unternehmen einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro aus. Dem Restrukturierungsprogramm unter dem neuen Bank-Chef Heinz Hilgert werden bis zu 1350 Stellen zum Opfer fallen, um Kosten zu senken.

Nach einem Milliarden-Verlust im vergangenen Jahr erwartet die angeschlagene WestLB auch für 2008 weitere Ergebnisbelastungen aus ihrer Restrukturierung. Wegen der weltweiten Kapitalmarktkrise und Probleme im Eigenhandel verbuchte das Institut 2007 einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro, nachdem 2006 noch ein Gewinn von 799 Millionen Euro zu Buche stand. Bis 2010 will die Landesbank mit ihrem neuen Chef Heinz Hilgert an der Spitze aber eine zweistellige Eigenkapitalrendite erzielen.

Die "schwierigste Lage ihrer Geschichte"

"Die Unsicherheiten am Kapitalmarkt halten an, und der Margen- und Wettbewerbsdruck ist ungebrochen", sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. "Durch die unvermeidlichen Restrukturierungsmaßnahmen werden weitere Ergebnisbelastungen im laufenden Geschäftsjahr entstehen (..)." Die Bank will bis 2010 1350 Stellen streichen, um Kosten zu sparen.

Die WestLB sei durch die Finanzmarktkrise in die "wohl schwierigste Lage ihrer Geschichte" geraten, räumte der scheidende Bank-Chef Alexander Stuhlmann ein. Im vergangenen Jahr hatten die Finanzmarktkrise und Pannen im Eigenhandel die WestLB tief in die Verlustzone gerissen. Das Handelsergebnis brach 2007 wie erwartet um über zwei Milliarden Euro auf einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro ein, teilte die Bank mit. Vor Steuern lief ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro auf, unter dem Strich waren es 1,6 Milliarden Euro.

Kernkapitalquote bleibt gesichert

Um die Bilanz zu entlasten, gliederte die WestLB riskante Investments in einer Höhe von rund 23 Milliarden Euro aus. Das Land Nordrhein-Westfalen und die anderen Eigner bürgen zugleich mit bis zu fünf Milliarden Euro für die risikoreichen Papiere. Belastungen im Jahresabschluss würden dazu nahezu vollständig ausgeglichen.

Eine Kapitaleinlage der Eigentümer werde nicht erforderlich. Die Kernkapitalquote werde durch die Garantien voraussichtlich wieder auf über sieben Prozent steigen, teilte die Bank weiter mit. Die Garantien ermöglichten es der WestLB nun wieder, sich "auf ihre Zukunft zu konzentrieren und verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", sagte Stuhlmann.

WestLB will weiter fusionieren

Dem neuen WestLB-Chef Hilgert, der im Mai das Ruder übernehmen soll, stehen nun weiter stürmische Zeiten bevor. Denn die WestLB baut Personal ab und sucht ein neues Geschäftsmodell. Mehrere Fusionsvorhaben waren in den vergangenen Monaten gescheitert. Hilgert hatte die DZ Bank im Oktober 2007 verlassen, wenige Monate nachdem er zum stellvertretenden Vorstandschef des genossenschaftlichen Instituts ernannt worden war. Bankkreisen zufolge waren Meinungsverschiedenheiten der Grund.

Stuhlmann war im Sommer 2007 zur WestLB geholt worden und sollte die Bank in eine von den Sparkassen favorisierte Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg zu führen. Diese war am Widerstand des Landes Nordrhein-Westfalen gescheitert. Die Hoffnung auf Fusionen gibt die WestLB aber nicht auf: "Wir gehen nunmehr mit aller Kraft die notwendige Restrukturierung der Bank an", erklärte Stuhlmann. Die WestLB wolle damit "ihren Beitrag bei der Konsolidierung im Landesbankensektor leisten".

Reuters / Reuters